Orden an Gabalier: Veranstalter von schwulen Faschingsball ausgeladen

Das Münchner Sub will die Faschingsgesellschaft Narhalla nicht mehr auf dem Rosenmontagsball sehen

Andreas Gabalier
Harald Bischoff - CC BY-SA 3.0

Dass der wegen seiner frauenfeindlichen und homophoben Äußerungen bekannte Sänger Andreas Gabalier am Samstag von der Münchner Faschingsgesellschaft Narhalla mit dem Karl-Valentins-Orden ausgezeichnet werden soll, sorgt weiter für Aufregung. So darf die Narhalla deshalb dieses Jahr in München nicht am schwulen Rosenmontagsball teilnehmen.

Münchner Schwulenzentrum zieht die Konsequenzen

„Der Sänger Andreas Gabalier hatte sich in der Vergangenheit wiederholt homophob geäußert. Die Veranstaltenden des Schwulen Faschingsballs am Rosenmontag wollen diese Haltung nicht auch noch belohnen und ziehen Konsequenzen“, so das Münchner Schwulenzentrum Sub als Veranstalter.

Gegen die Verleihung des Ordens an Gabalier gibt es großen Widerstand. Gabaliers gesellschaftspolitische Haltung sei rechtspopulistisch, eindeutig homophob und frauenfeindlich, kritisierte die Direktorin des Valentin-Karlstadt-Musäums, Sabine Rinberger: „Hulapalu hat nichts mit Karl Valentin zu tun!“, betont sie.

„Manderl, das auf Weiberl steht“: Kritik an Ordensverleihung wird immer größer

Auch der bekannte bayerische Kabarettist Ottfried Fischer kritisiert die Verleihung. „Ich habe mir abgewöhnt, über die Narrhalla oder mit der Narrhalla über Dinge zu sprechen, von denen sie keine Ahnung haben“, so Fischer: „Valentin würde sich mehrmals am Tag im Grab umdrehen, wenn er wüsste, was man mit ihm anstellt.“

So gab es etwa im Jahr 2015 einen Aufschrei, als sich Gabalier bei den Amadeus Austrian Music Awards beschwert hat, man habe es „nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl noch auf ein Weiberl steht“ – wofür er im Saal ausgebuht wurde. Zwei Monate später war er in einem Interview der Meinung, dass „man diese Sexualität nicht ganz so breit in der Öffentlichkeit austreten muss“ – und zwar „aus Respekt unseren kleinen Kindern gegenüber“.

Gabalier gibt sich trotzig, FP-Strache unterstützt ihn dabei

Und so kann sich Andreas Gabalier auch die jetzige Aufregung nicht erklären. „Wenn sich ein paar Einzelne aufregen, die mich persönlich überhaupt nicht kennen, dann juckt mich das nicht. Man hat mir gesagt, dass es bei allen meinen Ordens-Vorgängern Wirbel gegeben hätte, weil manche Kritiker meinten, gewisse Preisträger verdienten diesen Orden nicht.“ Er sei „einigen zu bodenständig“, werde sich für „diese Leute“ aber nicht ändern, so der 34-Jährige weiter.

Moralische Unterstützung bekommt Gabalier von der FPÖ. Parteiobmann und Vizekanzler Heinz-Christian Strache meinte auf Facebook: „Allmählich zweifelt man am Verstand, aber nicht an dem von Herrn Gabalier. Das ist schon pathologischer Hass gegenüber anders denkenden Kunstschaffenden… Der Kunst ihre Freiheit. Freiheit der Kunst!“ – und erntet dabei unter seinen Anhängern Beifall.