Berlin: Männer schickten ihre eigenen Söhne auf den Strich

Vier Männer konnten in Rumänien verhaftet werden

Polizei
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In Berlin sind vier rumänische Staatsbürger festgenommen worden, weil sie Burschen und Jugendliche zur Prostitution gezwungen haben sollen. Die Männer im Alter von 23, 26, 39 und 55 Jahren sowie ihre Opfer waren „häufig familiär verbunden und netzwerkartig organisiert“, so Polizei und Staatsanwaltschaft Berlin in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Die Männer sollten teilweise ihre eigenen Söhne nach Berlin gebracht und auf den Strich geschickt haben. Dort sollen die Minderjährigen gezwungen worden sein, sich im Großen Tiergarten und im Schöneberger Regenbogenkiez für den Unterhalt der Väter zu prostituieren. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Verdächtigen konnten in Rumänien verhaftet werden

Auf die Spur der Beschuldigten kamen die Berliner Behörden durch intensive Ermittlungen des Fachkommissariats beim Landeskriminalamt und der Abteilung für organisierte Kriminalität bei der Staatsanwaltschaft. In Zusammenarbeit mit rumänischen Behörden konnten so im Dezember 2018 zeitgleich vier Haftbefehle in einer Kleinstadt nahe Craiova im Süden Rumäniens, an der Grenze zu Bulgarien.

Durch die Ermittlungen der Behörden konnten auch einzelne betroffene Kinder und Jugendliche in die Obhut der Berliner Jugendämter gegeben werden, um sie so dem Einfluss ihrer Familien zu entziehen.

Den Daten des Berliner Senats zufolge konnten 2016 insgesamt 104 Fälle von Zwangsprostitution aufgedeckt werden. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage des Grünen Innen-Experten Benedikt Lux hervor. Oft sind Kinder und Jugendliche unter den Opfern, in der Mehrheit sind die Opfer männlich.