Thomas Hitzlsperger wird Sport-Vorstand beim VfB Stuttgart

Neuer Karriere-Abschnitt für den ersten offen schwulen Fußballprofi Deutschlands

Thomas Hitzlsperger
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Einen weiteren Schritt auf der Karriereleiter erklimmt Thomas Hitzlsperger: Der ehemalige Fußball-Profi, der sich 2014 geoutet hat, soll mit sofortiger Wirkung Sport-Vorstand beim VfB Stuttgart werden. Bis jetzt war der 36-Jährige Nachwuchskoordinator beim Verein.

Hitzlsperger soll den Stuttgartern den Verbleib in der Bundesliga sichern

Hitzlsperger folgt Michael Reschke nach, der nach den schlechten Ergebnissen des VfB Stuttgart den Hut nehmen musste: So liegt der Verein in der Bundesliga mit 15 Punkten nur auf Platz 16. Reschke hatte für diese Saison rund 45 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben, deren Leistungen hinter den Erwartungen geblieben sind.

Die Entscheidung für Hitzlsperger fiel gestern Abend auf einer Sitzung des Aufsichtsrates. Dieser war nicht mehr davon überzeugt, dass Reschke „die erforderlichen Kurskorrekturen“ vornehmen könnte. Nun soll der ehemalige Fußball-Nationalspieler den VfB Stuttgart retten.

„Nach der Beendigung meiner aktiven Karriere habe ich in den vergangenen zweieinhalb Jahren beim VfB Stuttgart in sportlicher Verantwortung viele wichtige Erfahrungen gesammelt und wertvolle Kontakte geknüpft und vertieft“, so Hitzlsperger in einer ersten Stellungnahme. Er werde in seiner neuen Funktion „nun alles daransetzen, beim VfB die Kräfte für den Klassenerhalt zu bündeln und gleichzeitig in einem starken Team die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen.“

Seit seinem öffentlichen Outing engagiert sich Hitzlsperger gegen Homophobie im Fußball

Thomas Hitzlsperger hatte sich nach seiner aktiven Profi-Karriere im Jänner 2014 als erster deutscher Profispieler als schwul geoutet. Seitdem engagiert er sich gegen Homophobie im Fußball, unter anderem als „Botschafter der Vielfalt“ beim Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Hitzlspergers Karriere-Höhepunkt war der Vize-Europameister-Titel mit der deutschen Nationalmannschaft im Jahr 2008 sowie der dritte Platz bei der WM 2006. In der Bundesliga-Saison 2006/07 wurde er mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister. Weitere Stationen seiner Karriere waren unter anderem West Ham United, der VfL Wolfsburg und der FC Everton.

Während seiner Zeit bei dem englischen Verein hatte er auch eine mehrere Monate dauernde schwule Beziehung, wie er nach seinem öffentlichen Coming Out in einem Interview verriet.