Home Szene Steiermark GrazMuseum widmet sich der Geschichte des Tuntenballs

GrazMuseum widmet sich der Geschichte des Tuntenballs

Zum 30. Jubiläum gibt es eine Ausstellung mit historischen Original-Exponaten

GrazMuseum/RosaLila PantherInnen

Am nächsten Samstag findet im Grazer Congress der 30. Tuntenball statt. Von der Underground-Veranstaltung in der Uni-Mensa hat er sich zu einem der Höhepunkte der steirischen Ballsaison entwickelt. Für das GrazMuseum ist das Juniläum eine gute Gelegenheit, die Geschichte des Balls Revue passieren zu lassen.

Ein Ball als Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklungen

Mit der Ausstellung „ganz normal anders | 30 Jahre Tuntenball“ widmet sich das Museum in der Sackstraße noch bis 7. April jeden Tag von 10.00 bis 18.00 Uhr den buntesten Momenten und den prägnantesten gesellschaftlichen Umbrüchen dieses Stücks queerer Stadtgeschichte. Der Eintritt ist dabei frei, am Mittwoch hat das Museum bis 20.00 Uhr geöffnet.

Drei Jahrzehnte Tuntenball erzählen dabei nicht nur die Entwicklung eines kleinen Kostümfestes in der Grazer Uni-Mensa zum Highlight der Ballsaison im prunkvollen Grazer Congress. Diese Entwicklung spiegelt auch den Umgang der Gesellschaft mit Diversität wider.

Die Geschichte des Tuntenballs geht Hand in Hand mit der Geschichte der RosaLila PantherInnen und deren Kampf für gesellschaftliche Anerkennung und Gleichstellung sexueller Minderheiten. „Die sexuelle Orientierung ist nichts, was man sich aussucht. Man kann sie nicht wegzaubern oder wegbeten“, erklärte auch Kulturstadtrat Günter Riegler von der ÖVP bei der Präsentation der Ausstellung.

Historische Original-Exponate und Sonderführungen von Zeitzeugen

Die Besucherinnen und Besucher von „ganz normal anders“ werden in der Ausstellung zu jener Offenheit eingeladen, die am Tuntenball gelebt wird. Dabei werden zahlreiche Original-Exponate wie Kostüme, Videos, Briefe und die Gründungsurkunde des Vereins RosaLila PantherInnen gezeigt.

Zusätzlich gibt es drei Sonderführungen, bei denen die queere Geschichte von Graz und des Tuntenballs unter drei besonderen Aspekten beleuchtet werden. Am Sonntag, den 17. Februar, setzt sich der Historiker Hans-Peter Weingand sich in einer Führung unter dem Titel „Tunten dürfen alles!“ mit dem Umgang der Gesellschaft mit sexuellen Minderheiten in Österreich auseinander und zeichnet den Weg von der strafrechtlichen Verfolgung von Homosexuellen bis zur Öffnung der Ehe.

Über die Grazer Homosexuellen-Bewegung in den 1990er-Jahren und deren Schwierigkeiten erzählt Kurt Zernig, Mitinitiator des ersten Grazer Tuntenballs und Gründungsobmann der Rosalila PantherInnen, in einer Sonderführung am 3. März.

Miss Alexandra Desmond erzählt von ihren ganz persönlichen Tuntenball-Höhepunkten

Höhepunkt der Spezialführungen ist aber ein persönlicher Streifzug durch die Ausstellung mit Miss Alexandra Desmond, der Mutter des Tuntenballs. Die Kunstfigur gehört zum Tuntenball wie die Butter aufs Brot. In einer Dialogführung durch die Ausstellung „ganz normal anders“ erzählt die Sängerin, Schauspielerin und Moderatorin am 24. März von ihren besten und prägendsten Momenten in 30 Jahren Tuntenball.

Das Führungsentgelt beträgt jeweils zwei Euro. Nähere Informationen zu den Führungen und der Ausstellung „ganz normal anders | 30 Jahre Tuntenball“ gibt es auf der Homepage des GrazMuseums.

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