„Homo-Heilung“ könnte noch dieses Jahr in Deutschland verboten werden

Gesundheitsminister Jens Spahn möchte noch vor dem Sommer eine Gesetzesinitiative vorlegen

Jens Spahn
Stephan Baumann

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hat gegenüber der deutschen Tageszeitung taz bekräftigt, dass er „Konversionstherapien“, die Homosexuelle heilen wollen, verbieten will. „Homosexualität ist keine Krankheit und deswegen ist sie auch nicht therapiebedürftig“, so der offen schwule CDU-Politiker.

„Therapeuten“ sollen Konsequenzen im Berufsrecht, Sozialrecht und Strafrecht spüren

Gemeinsam mit Justizministerin Katharina Barley von der SPD möchte er ein Gesetz formulieren, dass klar genug ist, um auch Wirkung zu zeigen. „Das Berufsrecht sollte regeln, dass es Konsequenzen für die Ausübung des Berufs hat, wenn jemand diese Therapien anbietet. Im Sozialrecht sollte erklärt werden, dass es keine Vergütung für diese Angebote geben darf. Für das Strafrecht ist noch fraglich, welches Strafmaß angemessen ist“, erklärt er seine Vorstellungen.

Wie ein Gesetz zum Verbot von Konversionstherapien formuliert werden kann, soll eine Schnellstudie der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld klären. Auf Grundlage der Gesetze, die es in Ländern wie Malta und Australien schon gibt, soll bis zum Sommer eine Entscheidung fallen, was in Deutschland umgesetzt werden kann. Das Verbot soll Therapien an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen umfassen.

Auch SPD, Grüne, Hessen und Bremen wollen ein schnelles Verbot der „Homo-Heilungen“

Zum ersten Mal hat Jens Spahn im August 2018 die wirkungslosen Therapien als Körperverletzung bezeichnet und deren Verbot in Aussicht gestellt. Johannes Kahrs, LGBT-Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, sagte damals die Unterstützung seiner Partei für eine solche Regelung zu. Mittlerweile hat der politische Druck, ein solches Verbot zu beschließen, beachtlich zugenommen.

So haben die Bundesländer Hessen und Bremen eine derartige Initiative im Bundesrat angekündigt. Außerdem hat die Bundestagsfraktion der Grünen ebenfalls einen Gesetzentwurf zum Verbot der „Heilung“ Homosexueller angekündigt. Spahn freut sich über Unterstützung. „Jeder, der konkrete Vorschläge hat, ist herzlich willkommen“, sagt er im taz-Interview.