Conchita am Opernball: So untergriffig reagieren FPÖ und Michael Jeannée

"Was hätte wohl Herr H. mit sowas gemacht?", will ein User unter einem FPÖ-Posting wissen

Conchita am Opernball
Conchita/Instagram

Mit seinem Auftritt am Wiener Opernball hat Conchita nicht nur innerhalb der Szene für Aufregung gesorgt: Während ihm LGBT-Aktivisten vorwerfen, als Begleitung von ÖVP-Justizminister Josef Moser die rechtspopulistische Bundesregierung salonfähig zu machen, nutzen Rechtspopulisten den Auftritt, um Conchita und Moser anzugreifen.

In den Kommentaren wird der Justizminister als „Drecksau“ beschimpft

Den Reigen der Beleidigungen eröffnete die FPÖ Wien-Liesing. In einem mittlerweile gelöschten Facebook-Posting hieß es zu einem Foto von Conchita und Moser: „Das neue Dancing-Stars Paar. Reizend. Viel Erfolg für eure Zukunft. Beiden ist gemein, daß (sic!) sie in der Politik nichts verloren haben.“

Die Kommentare unter dem Posting  ließen nicht lange auf sich warten. „Einfach Drecksau Herr Moser sofort weg keine 24 Stunden mehr“ oder „2 Dreckfink !!!!“, so die Facebook-Fans der FPÖ Liesing. Wenige Stunden später war das Posting verschwunden. „Es hat einer unserer Administratoren verfasst. Es war nicht abgesprochen und hat auch nichts mit unsere Arbeit zu tun. Es war eine persönliche Meinung“, so FPÖ Liesing-Bezirksparteiobmann Roman Schmid gegenüber dem ORF Wien.

Salzburger FPÖ-Chefin schreibt vom „Opernball im Weißwurstkostüm“, einer „absurden Ideologie“ und „Fremdschämen“

Doch die Kritik der FPÖ an Conchita und Moser war dadurch nicht verstummt – sie wechselte nur auf eine höhere Ebene. So schrieb die Salzburger FPÖ-Chefin Marlene Svazek auf Facebook vom „Opernball im Weißwurstkostüm oder auch: wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will und von einem Minister eine weltweite Bühne zur Verfügung gestellt bekommt“.

Und sie setzt fort: „Bei einer Transsexuellen (oder was weiß ich was) wie der Wurst sollen wir applaudieren, denn das sei doch Kunst, Mut und ein Toleranzstatement. Ich jedenfalls applaudiere nicht. Ich habe mich gestern fremdgeschämt, fremdgeschämt für Conchita Wurst, fremdgeschämt für Minister Moser und fremdgeschämt, dass diese Bilder aus Österreich in die ganze Welt hinausgingen. Spätestens wenn Moser am Life-Ball dann womöglich das Bodypainting für sich entdeckt, reicht Fremdschämen wohl nicht mehr aus.“

Jeannée fallen zu Conchita Begriffe wie „verhaltensgestört“ oder „irre“ ein

Und auch Michael Jeannée, altgedienter Haudegen der Kronen Zeitung mit Hang zum Groben, schrieb in seiner „Post von Jeannée“ an die „liebe Conchita“, ihm fallen zu ihm auf den Opernball Begriffe wie „befremdend“, „seltsam, verhaltensgestört, krank“, „bedenklich“, „irre“ oder „grenzwertig“ ein.

Dieser Brief fand wiederum bei der FPÖ Wien-Donaustadt großen Anklang. Sie postete einen Screenshot auf Facebook, und auch hier ließen die entsprechenden Reaktionen nicht lange auf sich warten. Wie die Facebook-Gruppe „FPÖ Fails“ kommentierte, schrieb ein User: „Unmöglich diese schwuchtel passt gut zum Opernball? Was hätte wohl Herr H. mit sowas gemacht?“