Start Politik International „Bohemian Rhapsody“: Keine schwulen Küsse in China

„Bohemian Rhapsody“: Keine schwulen Küsse in China

Für die Freigabe in China mussten einige Szenen aus dem Oscar-gekrönten Film geschnitten werden

Bohemian Rhapsody
Fox Films

„Bohemian Rhapsody“, das Biopic über Queen-Sänger Freddie Mercury, läuft überraschend auch in China an. Überraschend ist der Start vor allem deshalb, weil China die Filme, die dort in den Kinos zu sehen sind, stark kontrolliert. Und so darf Freddy Mercury in der chinesischen Film-Version nicht schwul sein.

Keine Homosexualität und keine Drogen in chinesischen Kinos

So fehlen der chinesischen Version von „Bohemian Rhapsody“ etwa zwei Minuten – sämtliche Szenen, die Homosexualität, Bisexualität oder Drogenkonsum thematisieren. So wurden beispielsweise jene Szenen herausgeschnitten, in denen der von Rami Malek gespielte Freddy Mercury leidenschaftlich andere Männer küsst.

Malek hat für seine Rolle den Oscar als bester Hauptdarsteller erhalten. Auch seine Dankesrede wurde im chinesischen Fernsehen „entschwult“:  Während Malek sagte, sie hätten „einen Film über einen schwulen Mann gemacht, einen Einwanderer, der sein ganzes Leben lang er selbst war, ohne sich dafür zu entschuldigen“, wurde beim Streaming-Dienst Mango TV aus „schwul“ eine „besondere Gruppe“.

Viele Filme mit queeren Inhalten durften in China nicht gezeigt werden

Normalerweise haben es LGBT-Inhalte in Chinas Kinos schwer: „Brokeback Mountain“, wurde von den Behörden nicht freigegeben. Auch „Call Me By Your Name“ durfte auf dem Filmfestival in Peking nicht gezeigt werden und bekam nur eine Freigabe für kleine Arthouse-Kinos.

Grundlage für diese Zensur sind Richtlinien des chinesischen Staates, die es verbieten, „abnormale sexuelle Beziehungen und Verhaltensweisen wie Inzest, gleichgeschlechtliche Beziehungen, sexuelle Perversionen, sexuelle Übergriffe, sexuellen Missbrauch, sexuelle Gewalt und ähnliches“ zu zeigen.

Dass das Herausschneiden der schwulen Identität von Freddy Mercury „Bohemian Rhapsody“ nur um etwa zwei Minuten kürzer macht, bestätigt die Kritik vieler Medien an dem Film. Sie sehen die Homosexualität des Queen-Sängers zu kurz und zu klischeehaft dargestellt.