Männern an den Po gegrapscht: Ermittlungen gegen päpstlichen Nuntiuns

Luigi Ventura soll insgesamt drei Männern in Frankreich auf den Hintern gegriffen haben

Neue Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gibt es gegen Luigi Ventura, den päpstlichen Gesandten in Paris. Nun hat auch ein dritter Mann Anzeige gegen den Nuntius erstattet. Wie auch die beiden anderen Kläger wirft er dem 74-Jährigen vor, ihn unsittlich am Hintern begrapscht zu haben.

Neue Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gibt es gegen Luigi Ventura, den päpstlichen Gesandten in Paris. Nun hat auch ein dritter Mann Anzeige gegen den Nuntius erstattet. Wie auch die beiden anderen Kläger wirft er dem 74-Jährigen vor, ihn unsittlich am Hintern begrapscht zu haben.

Beim Neujahrsempfang der Pariser Bürgermeisterin wurde der Geistliche zum Grapscher

Das berichtet der Radiosender RTL. Dieser Vorfall soll sich letzten Dezember während der Festlichkeiten zur Ablegung feierlicher Gelübde einer italienischen Ordensgemeinschaft in Paris zugetragen haben.

Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der beiden ersten Fälle bereits seit Jänner gegen Ventura. So soll der Nuntius beim jährlichen Neujahrsempfang der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo einen jungen Mann der Delegation für internationale Beziehungen (DGRI) der Bürgermeisterin mehrmals unsittlich am Gesäß berührt haben.

Zwei Tage nach der ersten Anzeige wurde ein zweiter Fall angezeigt. Auch hier soll ein „Angestellter des Pariser Rathauses“ das Opfer sein. Zugetragen soll sich der Fall beim Neujahrsemfang im Jahr zuvor haben. Auch hier soll Ventura den Betroffenen am Hintern begrapscht haben.

Für Ermittlungen gegen Ventura muss dessen Immunität aufgehoben werden

Die Regierung hatte den Vatikan in dieser pikanten Angelegenheit bereits zum Handeln aufgefordert. Für Europaministerin sind es „schwerwiegende“ Vorwürfe gegen den Nuntius. Denn während der Vatikan über Homosexualität in den eigenen Reihen schweigt, hat er 2015 den französischen Botschafter für den Heiligen Stuhl wegen dessen Homosexualität abgelehnt.

Auch hat Ventura als Nuntius diplomatische Immunität. Deshalb konnten die französischen Behörden Luigi Ventura deshalb noch nicht befragen. Die französische Staatsanwaltschaft fordert deshalb jetzt die Aufhebung der Immunität des 74-Jährigen. „Es ist eine politische Entscheidung zwischen Frankreich und dem Vatikan“, so Edmond-Claude Fréty, Anwalt von zwei Opfern. Die Anklage hoffe nun darauf, dass der Vatikan den Antrag annimmt und man die Ermittlungen gegen Ventura vorantreiben könne.

Auch in Kanada hat Hochwürden die Finger nicht von fremden Hintern lassen können

Ventura ist seit 2009 Gesandter in Frankreich. Zuvor vertrat der Geistliche seit 2001 den Heiligen Stuhl in Kanada. Dort wurden ähnliche Vorwürfe gegen den heute 74-Jährigen bekannt: Im Juli 2008 soll er einen damals 32-Jährigen bei Festlichkeiten zum 350-jährigen Bestehen des Wallfahrtsorts Sainte-Anne-de-Beaupre begrapscht haben.

Der 32-Jährige servierte an der Festtafel, als ihm Ventura zwei Mal auf den Hintern griff. Beim zweiten Mal „war mir klar, daß er absichtlich mit der Hand auf mein Gesäß gegriffen hatte“, so das Opfer. Der Vorfall habe ihn „schwer irritiert, verstört und niedergeschlagen“.

Vorher war er unter anderem in Burkina Faso und Chile stationiert. Papst Franziskus hatte zum Abschluss der Missbrauchskonferenz Ende Februar angekündigt, mit solchen Vorwürfen künftig transparent umzugehen. Die Kirche wolle Missbrauchsfälle nicht mehr vertuschen oder verharmlosen, versprach der Heilige Vater.