Berlin: Schwulenfeindliche Attacke in der U-Bahn

Drei Jugendliche griffen einen 25-Jährigen an

Polizei Berlin
Symbolbild

In der Nacht auf Freitag hat es in Berlin erneut einen schwulenfeindlichen Vorfall gegeben. Ein 25-Jähriger soll in der U-Bahn zunächst beleidigt worden sein, dann kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung.

Ein 25-Jähriger wurde in der U-Bahn von drei Jugendlichen beschimpft, am Bahnsteig wurde es handgreiflich

Wie die Berliner Polizei berichtet, war der 25-Jährige am Donnerstag gegen 23.00 Uhr in einem Wagen der U8 unterwegs, als er von drei Burschen, 13, 14 und 18 Jahre alt, homophob beleidigt wurde. Auf dem Bahnsteig der U-Bahn-Station Kottbusser Tor eskalierte die Situation.

Es kam zu einer „körperlichen Auseinandersetzung“, wie es im Polizeibericht hieß. Dabei wurde der 25-Jährige an den Händen leicht verletzt. Den herbeigerufenen Polizisten erklärten die Jugendlichen, dass die Streitigkeiten vom 25-Jährigen ausgegangen seien.

Berliner Polizei informiert proaktiv über Hassverbrechen

Wie bei allen möglichen Hassverbrechen hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen. In den ersten drei Quartalen 2018 wurden von der Berliner Polizei insgesamt 105 Fälle von homo- oder transphober Gewalt registriert, darunter 30 Gewaltdelikte. Die Aufklärungsquote liegt bei 43 Prozent.

Die Dunkelziffer dürfte aber ein Vielfaches der angezeigten Taten betragen. So kommt das Überfalltelefon Maneo, auch aufgrund anderer Tatdefinitionen, jährlich zu deutlich höheren Fallzahlen. Die Berliner Polizei weist ihn ihren Pressemitteilungen aktiv auf mögliche Hassverbrechen hin. Auch gibt es eigene Ansprechpartner für sexuelle Minderheiten.