Georg Djundja wird erster offen schwuler Bürgermeister in Salzburg

Der 35-Jährige leitet künftig die Geschichte von Oberndorf bei Salzburg

Georg Djundja
SPÖ Salzburg

Oberndorf bei Salzburg bekommt einen offen schwulen Bürgermeister. Bei der Stichwahl am Sonntag hat sich SPÖ-Kandidat Georg Djundja deutlich gegen die Amtsinhaberin durchgesetzt. Djundja ist einer der Mitbegründer der SoHo Salzburg.

Eine klare Mehrheit der Bürger von Oberndorf stimmte für Djundja

Im ersten Durchgang am 10. März war das Ergebnis noch knapp: Hier setzte sich Djundja, bis jetzt Vizebürgermeister der Stille-Nacht-Gemeinde, mit nur 163 Stimmen Vorsprung auf seine Amtskollegin Sabine Mayrhofer von der ÖVP durch. Der amtierende Bürgermeister Peter Schröder von der SPÖ trat nach 15 Jahren im Amt nicht mehr an. Bei der Stichwahl war das Ergebnis deutlicher: Der 35-Jährige gewann den Bürgermeistersessel mit 55,5 Prozent der abgegebenen Stimmen.

„Mich freut es, dass der konstruktive und sachlich-objektive Weg, den ich gehen möchte, von einer Mehrheit angenommen wurde“, so Djundja in einer ersten Stellungnahme gegenüber den Salzburger Nachrichten. Er möchte ein Bürgermeister für alle Oberndorfer sein – auch für jene, die ihn nicht gewählt haben. Seiner Meinung nach hätten die Bürger von Oberndorf „das gegenseitige Anpatzen der Kandidaten nicht mehr gewollt“.

Eine Fraktion sprach ihm die Eignung zum Bürgermeister ab, weil er schwul ist

Angepatzt wurde auch Djundja: Eine andere Fraktion schrieb auf Facebook, es mache für die Eignung als Bürgermeister einen Unterschied, ob jemand „seine Kinder in Oberndorf aufwachsen lässt, oder ob man diese Herausforderungen, die ein Familienleben mit sich bringt, gar nicht kennt.“ Es gebe „sehr viele Lebenssituationen, bei denen es eben nicht egal ist, was jemand ist“.

Als homophob wollte man diesen Kommentar auf Rückfrage von GGG.at damals allerdings nicht sehen. „Diese Ausrichtung bringt er immer wieder selbst aufs Tableau und wird hoffentlich noch erwähnt werden dürfen“, so der gescheiterte Bürgermeister-Kandidat der Liste.

Erster offen schwuler Gemeindechef im Land Salzburg

Nun ist Djundja der erste offen homosexuelle Gemeindechef in einer Salzburger Gemeinde. Neben dieser Aufgabe ist er Landesgeschäftsführer der sozialdemokratischen Gewerkschafter (FSG), sowie ehrenamtlich im Samariterbund und in der Pfarre tätig. Im Jahr 2011 hat er auch die sozialdemokratische LGBT-Gruppe SoHo in Salzburg mitbegründet.

Im Gemeinderat von Oberndorf liegt die SPÖ weiter mit 40,8 Prozent (elf Mandate) voran. Die ÖVP verzeichnete Zugewinne auf 36,4 Prozent (neun Mandate). Die Grünen kamen auf 9,1 Prozent, die Neue Oberndorfer Wählergemeinschaft (NOW) auf 8,5 Prozent (jeweils zwei Mandate) und die FPÖ auf 5,1 Prozent (ein Mandat).