Faßmann vor Extremisten eingeknickt? Breite Kritik an Umgang mit TeenSTAR

Bildungsministerium
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Für Empörung sorgen Recherchen der ZIB 2, warum der umstrittene Verein TeenSTAR weiter an österreichischen Schulen arbeiten darf: Die römisch-katholische Kirche und andere Hardliner sollen für einen Verbleib des erzkonservativen Vereins interveniert haben – und dabei auch die verantwortliche Referentin des Bildungsministerium persönlich bedrängt haben.

Außerdem haben interne Prüfungsstellen des Ministeriums und externe Experten in ihren Stellungnahmen auf die Gefahr für das psychosoziale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen hingewiesen. Allerdings wurden diese Stellungnahmen vom Ministerium nicht beachtet, während TeenSTAR noch einmal überarbeitete Unterlagen zur Überprüfung vorlegen durfte.

„Warum werden Prüfungsergebnisse unter den Tisch gekehrt?“, will die HOSI Salzburg wissen

„Warum wurden diese Prüfungsergebnisse unter den Tisch gekehrt und wer hat zugelassen, dass Ministeriumsmitarbeiter*innen ‚massiv unter Druck gesetzt‘ wurden, wie es in der ZIB 2 heißt“, ärgert sich Kathleen Schröder, Bildungsbeauftragte der HOSI Salzburg. Und die Grüne Bundesrätin Ewa Dziedzic vermutet: „Minister Faßmann dürfte vor einflussreichen UnterstützerInnen von TeenSTAR eingeknickt sein.“

„Über alle Parteigrenzen hinweg muss klar sein: Workshops über ‚keinen Sex vor der Ehe’ haben im Klassenzimmer genau so wenig zu suchen, wie die Idee, dass Homosexualität ‚veränderbar’ ist. Wir leben schließlich im Jahr 2019!“, betonen auch SPÖ-Gleichbehandlungssprecher Mario Lindner und Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid.

Dziedzic: „Faßmann ignoriert Experten am Rücken der Schüler“

HOSI-Salzburg-Bildungsbeauftragte Kathleen Schröder betont: „Die Koordinationsstelle für Gesundheitsförderung – ein ministeriumseigenes Gremium – stellte in ihrer Stellungnahme fest, dass die Unterlagen des Vereins TeenSTAR den gesetzlichen Rahmenbedingungen widersprechen.“ Das kann Dziedzic nicht verstehen. „Faßmann ignoriert die Einschätzung von internen ExpertInnen und opfert diese einer reaktionären Ideologie. Das alles am Rücken von SchülerInnen“, so die Politikerin.

„Faßmann muss dringend die Reißleine ziehen, um das psychosoziale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen nicht weiter zu gefährden“, fordert Schröder in diesem Zusammenhang. Und auch die Opposition fordert endlich Taten: „Es gilt noch immer: Schule darf kein Hort von reaktionären Ideologien sein, wir kämpfen weiter, bis der Verein TeenSTAR aus allen Schulen verbannt ist“, betont Bundesrätin Ewa Dziedzic.

Dziedzic und Lindner haben angekündigt, Faßmann im Parlament zu den Vorgängen rund um TeenSTAR zu befragen.