Wiener Landtag will Vorträge von TeenSTAR an Schulen stoppen

Parlament der Bundeshauptstadt beschließt Resolution an den Bildungsminister

Wiener Gemeinderat
Sujetbild - PID/Christian Jobst

Mit einer Resolution an Bildungsminister Heinz Fußmann von der ÖVP hat am Freitag der Wiener Gemeinderat auf die Causa TeenSTAR reagiert: Der christlich-fundamentalistische Verein war wegen seiner Sexualaufklärung an Schulen in die Kritik geraten, das Ministerium untersagt dessen Tätigkeit allerdings trotz negativer Stellungnahmen der eigenen Experten nicht.

Vor den umstrittenen Unterlagen wird auch von Experten des Ministeriums gewarnt

So ist in den Schulungsunterlagen von TeenSTAR unter anderem zu lesen, Homosexualität sei durch eine Kombination aus Therapie, Selbsthilfegruppen und Seelsorge „heilbar“. Weiters wurden Familienplanung ohne Empfängnisverhütung oder der Verzicht auf Sex vor der Ehe propagiert, Masturbation gilt als schädlich.

Experten haben sich die Unterlagen im Auftrag des Ministeriums durchgesehen – und warnen vor dem Verein. In den entsprechenden Stellungnahmen ist zu lesen, dass die Gefahr bestehe, „dass bei Kindern und Jugendlichen, die selbst oder deren Familien nicht dem als anzustreben vermittelten spezifischen Lebensentwurf entsprechen, schwerwiegende persönliche Krisen ausgelöst werden können“.

Trotzdem wird die Tätigkeit des Vereins an österreichischen Schulen nicht verboten. Dass die römisch-katholische Kirche und TeenSTAR Druck gemacht haben, bestätigt mittlerweile sogar das Bildungsministerium. Sogar die zuständige Beamtin persönlich sei nach Informationen des ORF belästigt worden.

Wiener Landtag fordert ein Ende der Kurse von TeenSTAR an heimischen Schulen

Nun hat der Wiener Landtag eine Resolution beschlossen, die Minister Fußmann auffordert, die Tätigkeit von TeenSTAR an österreichischen Schulen zu unterbinden. Für Bakri Hallak, Wiener Landesvorsitzender der sozialdemokratischen LGBT-Gruppe SoHo, ein wichtiger Schritt: „Die Regenbogenhauptstadt Wien hat heute klar gemacht, dass homophobe Inhalte in Schulen keinen Platz haben dürfen. Der Bundesminister sollte diese Aufforderung zum Anlass nehmen, um statt permanentem Wegschauen endlich zu handeln!“, betont er.

Mario Lindner, Bundesvorsitzender der SoHo und Gleichbehandlungssprecher der SPÖ im Nationalrat fügt hinzu, dass die Sozialdemokraten diese Forderung auch in den Nationalrat eingebracht hätten. „Workshops über ‚keinen Sex vor der Ehe’ haben im Klassenzimmer genau so wenig zu suchen, wie die Idee, dass Homosexualität ‚veränderbar’ ist“, so Lindner.

Für die kommenden Wochen plant die SoHo außerdem weitere Aktionen, um Druck für ein Verbot von Schulworkshops des Vereins TeenSTAR aufzubauen.