Life Ball und EuroPride: Besonderes Motiv am Wiener Rathaus

Die fast 70 Meter hohe Kunstinstallation wird die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich ziehen

Rathaus Wien/Hauptturm
Manfred Werner - CC BY-SA 3.0

Ein riesiges Baugerüst ist gerade auf dem Wiener Rathausplatz zu sehen: Die Sandsteinfassade des Hauptturms in der Mitte des Rathauses wird gerade saniert. Auf der Schutzfolie, die vor Staub und herunterfallenden Fassadestücken schützen soll, wird fast ein halbes Jahr lang ein Zeichen für die Weltoffenheit der Regenbogenhauptstadt Wien zu sehen sein. Heute wurde es der Öffentlichkeit präsentiert.

Ein Bogen von „100 Jahre Rotes Wien“ über den Life Ball bis zur EuroPride

„Die fast 70 Meter hohe Kunstinstallation soll Wien als weltoffene Stadt kennzeichnen sowie den künstlerischen Rahmen für Veranstaltungen von ,100 Jahre Rotes Wien‘, über ,Life Ball 2019‘ bis hin zur ,EuroPride Vienna 2019‘ bieten“, freut sich die zuständige Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler: Das Kunstwerk am Rathausturm werde von Mai bis Oktober 2019 im Wortsinn eine „Landmark“ setzen und das optische Narrativ des Stadtzentrums neu definieren.

Bürgermeister Ludwig enthüllt den Entwurf
Christian Jobst

Die Idee für diese Verhüllung kam vom Life Ball Büro, umgesetzt wurde sie von „Kunst im öffentlichen Raum“ (KÖR) und dem Außenwerbungsunternehmen Gewista. „Der Rathausplatz war und ist ein Ort der Begegnung. Hundert Jahre nach Gründung der Republik soll dieser öffentlichste Raum der Bundeshauptstadt noch mehr Menschen anziehen, einander näherbringen und begeistern. Der neu gestaltete Rathausturm soll ab sofort Ausrufezeichen dieser weltoffenen Gesinnung sein“, betont Bürgermeister Michael Ludwig bei der Präsentation des Entwurfs.

Das Wiener Künstlerduo Ashley Hans Scheirl und Jakob Lena Knebl stellte das Rathaus mit sich selbst in roten Morphsuits nach

Rendering Motiv auf dem Rathaus-Turm
Studio Calas

Gestaltet wurde das Motiv vom Wiener Künstlerduo Ashley Hans Scheirl und Jakob Lena Knebl. Scheirl ist eine österreichische Transgender-Malerin, Konzept-, Mixed Media-, Performance-, Body-Art- und Videokünstlerin. Jakob Lena Knebl schlägt ebenfalls  „queere Schneisen“ durch die Kunstgeschichte und hinterfragt Körper- und Geschlechterbilder. Im Jahr 2013 wurde sie durch die Installation „Schwule Sau“ am Morzinplatz einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Das Motiv zeigt die beiden Künstlerinnen, gekleidet in rote Morphsuits. Scheirl sitzt dabei auf den Schultern von Knebl, die breitbeinig in rot-weißen Badeschlapfen da steht. „Die Idee war, das Rathaus als Personen nachzustellen, die einander tragen und auf einander bauen. Gemeinsam kann man am meisten schaffen, das wollten wir mit diesem Motiv ausdrücken“, erklären die Künstlerinnen.

„Das Kunstwerk ist auffallend, bemerkenswert und wird zu Diskussionen anregen“, bemerkte Bürgermeister Michael Ludwig bei der Präsentation. Und Kulturstadträtin Kaup-Hasler ergänzt: „Ja, das Motiv ist provokant und das soll es auch sein“.