Analsex-Seminar erregt freiheitliche Studenten

Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) empört sich über einen Sex-Workshop, der von der Hochschülerschaft (ÖH) an der Uni Wien gefördert wird. Die Empörung dürfte zeitlich mit den ÖH-Wahlen zusammenhängen – denn bei früheren Workshops hielt sich das Interesse der RFS in engen Grenzen.

Um „Anatomie und Analsex“ geht es morgen bei diesem kostenlosen Workshop an der Uni Wien. „Wir reden über Ejakulation von Menschen mit Penis und Menschen mit Vulva, über Orgasmen und schließlich über den Po“, heißt es auf der Facebook-Seite zur bereits ausgebuchten Veranstaltung.

Der Ring Freiheitlicher Studenten sieht „Pornofantasien“ in den Sex-Workshops

Der Workshop ist Teil der Reihe „Zweite Aufklärung“. Dieses Semester gibt es noch zwei weitere Sex-Kurse, im Wintersemester hat es ebenfalls drei Veranstaltungen gegeben. Doch im Gegensatz zu „Anatomie und Analsex“ haben diese Termine die freiheitlichen Studenten offenbar nicht erregt.

Der RFS wittert „Pornofantasien“: „Was erwachsene Menschen einvernehmlich hinter verschlossenen Türen machen, ist jedem selbst überlassen. Es ist aber eine Zumutung für jeden beitragszahlenden Studenten, wenn die sexuellen Vorlieben von einigen wenigen ÖH-Funktionären aus dem Budget der Hochschülerschaft finanziert werden“, empört sich RFS-Obmann Lukas Heim.

Das weist die ÖH Uni Wien entschieden zurück: Es handle sich um eine Workshop-Reihe „von qualifizierten SexualpädagogInnen, die Studierenden einen reflektierten, sensiblen und verantwortungsvollen Zugang zu ihrer Sexualität näher bringen will“, so Sandra Velebit vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien gegenüber Heute.

Hochschülerschaft fördert Workshops

Gefördert wurde die gesamte Workshopreihe mit sechs Veranstaltungen mit 1.000 Euro von der ÖH Uni Wien, je 300 Euro steuerten die Studienvertretungen Gender Studies und Politikwissenschaft bei. Macht insgesamt 1.600 Euro Förderung – oder nicht einmal 270 Euro pro Termin.

Da liegt die Vermutung nahe, dass der RFS die Sex-Workshops nutzt, um Stimmung gegen die ÖH an der Uni Wien zu machen. Denn gleichzeitig empören sich die freiheitlichen Studenten, dass der ÖH-Kindergarten geschlossen wurde. Doch das stimmt nicht: Dieser wurde lediglich 2012 aus der ÖH entkoppelt und erhält weiterhin Förderungen, betont das Vorsitzteam.