Russisches Gericht stärkt Rechte von Trans-Personen

Die Entlassung einer Trans-Frau nach ihrer Geschlechtsanpassung war rechtswidrig

Russische Flagge
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In Russland hat ein Gericht zum ersten Mal zugunsten einer Trans-Frau entschieden – und dabei ein Urteil gefällt, das für alle russische Frauen eine Rolle spielen könnte. Das berichtet eine lokale LGBT-Organisation.

Weil Frauen nicht als Buchdrucker arbeiten dürfen, wurde die Trans-Frau entlassen

Vor ihrer Geschlechtsanpassung hat Trans-Frau Anastassija Wassiljewa als Buchdrucker gearbeitet. Allerdings ist das einer von 456 Berufen, die in Russland seit 1974 verboten sind. Offiziell wurde sie deshalb auch gekündigt.

Doch das Gericht in St. Petersburg hat eine medizinische Untersuchung der Trans-Frau angeordnet. Das Ergebnis: Aus ärztlicher Sicht kann Wassiljewa ihrem gelernten Beruf nachgehen.

Nun muss der Arbeitgeber die russische Trans-Frau wieder einstellen. Weiters muss er ihr Schmerzensgeld in der Höhe von 10.000 Rubel, das sind etwa 135 Euro, und 1,85 Millionen Rubel, das sind etwa 24.700 Euro, Gehalt für unverschuldeten Arbeitsausfall zahlen muss.

Es ist das erste Urteil in Russland zugunsten einer Trans-Person

Das Verfahren dauerte etwa zwei Jahre. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es ist die erste derartige Entscheidung zugunsten einer Trans-Person in Russland.

Dass 456 Berufe in 38 Bereichen in Russland für Frauen verboten sind, haben die Vereinten Nationen schon mehrmals als diskriminierend für Frauen verurteilt.

Das nun gefällte Urteil könnte auch eine Auswirkung auf diese Regelung haben, erlaubt es doch einer Frau die Beschäftigung in einem Beruf, der ihr eigentlich verboten ist.