Boxte Mönch nackt mit Teenagern? Kloster wehrt sich gegen Vorwürfe

Das Kloster geht von einem unbegründeten Erpressungsversuch aus

Priester
Symbolbild - Fotolia

Schwere Vorwürfe werden gegen einen Pater des Vorarlberger Zisterzienser-Klosters Mehrerau-Wettingen erhoben: Ein Mann behauptet, er musste als 13-Jähriger nackt mit einem heute 82 Jahre alten Mönch boxen. Das Kloster wehrt sich gegen die Vorwürfe und geht von einem unbegründeten Erpressungsversuch aus. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Mutmaßliches Opfer erzählt der Bild-Zeitung seine Leidensgeschichte

„Der Pater hat viel geklammert. Er war erregt. Manchmal trugen wir beide Reizwäsche für Frauen. Hinterher bekam ich einen Umschlag aus der Kutte mit Kirchengeldern, das waren zwischen 200, 400 und 1000 D-Mark. Ich brauchte das Geld. Mein Vater war tot, meine Mutter krank. Ich hatte die Schule abgebrochen“, behauptet der heute 37-Jährige Schrotthändler im Gespräch mit der Bild-Zeitung.

Der Kontakt zwischen dem Burschen und dem Priester soll über einen vorbestraften Mittelsmann hergestellt worden sein, Angehöriger einer Sinti-Großfamilie. Er habe dem Priester immer wieder junge Menschen zugeführt, die ebenfalls zur Großfamilie gehörten, behauptet der Schrotthändler. Die Boxkämpfe sollen in einer leerstehenden Wohnung in Nußdorf stattgefunden haben, einem kleinen Ort in der Nähe des Klosters Birnau an der deutschen Seite des Bodensees. Das Kloster gehört organisatorisch zu Mehrerau-Wettingen.

Das Kloster glaubt, dass es ums Geld geht – und nicht um Gerechtigkeit

Doch das Kloster lässt diese Vorwürfe nicht unwidersprochen stehen und geht in die Offensive. Es hat eine Sachverhaltsdarstellung wegen des Verdachts auf Verleumdung und schwere Erpressung bei der Staatsanwaltschaft eingebracht, so Harald Schiffl, Sprecher der Abtei Wettingen-Mehrerau, in einer Aussendung. Der beschuldigte Pater weise die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden zurück.

Gegenüber dem ORF Vorarlberg vermutet Schiffl eine kriminelle Intrige: Bereits vor rund 20 Jahren sei der Pater erpresst worden. Er habe damals Zahlungen an die Erpresser geleistet, deshalb sei er wegen Veruntreuung zu einer einjährigen bedingten Haftstrafe verurteilt worden. Dabei kam es auch zu einem Prozess gegen die Erpresser, die auch ins Gefängnis mussten. Nun geht das Kloster davon aus, dass es die gleichen Personen sind, die den Pater erneut erpressen wollen.