TeenSTAR jetzt in sächsischen Kleinstädten aktiv

Screenshot: TeenSTAR
Screenshot: TeenSTAR

In Österreich hat der umstrittene christliche Verein TeenSTAR mit seinen „Aufklärungs-Workshops“ in den letzten Monaten recht häufig Öffentlichkeit, Bildungsministerium und besorgte Eltern beschäftigt. Jetzt warnt der deutsche Lesben- und Schwulenverband (LSVD) vor den Aktivitäten des Vereins in Deutschland.

In zwei sächsischen Grundschulen soll TeenSTAR seine umstrittenen Kurse bereits abgehalten haben

So hat der Verein nach Informationen des LSVD Sachsen seine „Kombination von Therapie, speziellen Selbsthilfegruppen und geschulter Selbstsorge“ auch an sächsischen Grundschulen angeboten – und zwar in der mittelsächsischen 2.000-Einwohner-Gemeinde Seelitz und Hormersdorf im Erzgebirge. „Eine ultrakonservative Sexualmoral und das Predigen von Umpolungsangeboten für Homosexuelle hat an sächsischen Schulen nichts zu suchen“, ärgert sich Tom Haus vom Landesvorstands des LSVD Sachsen.

Die sächsische Landesregierung „hat dafür zu sorgen, dass TeenSTAR der Zugang zu Bildungseinrichtungen verwehrt wird und Lehrkräfte wie Verwaltung vor diesen Angeboten gewarnt werden“, fordert Haus weiter. Die Fraktion der Linken im Sächsischen Landtag wird zusätzlich die Landesregierung in einer Kleinen Anfrage zu den Aktivitäten von TeenSTAR in Sachsen befragen.

Homosexualität könne mit Therapie und Seelsorge geheilt werden, erklärt TeenSTAR in Schulungsunterlagen

TeenSTAR richtet sich mit seinen „sexualpädagogischen Aufklärungsworkshops“ an Eltern, Kinder und Schulen. In internen Schulungsunterlagen, die von der HOSI Salzburg veröffentlicht wurden, wurden Konversionstherapien befürwortet: Durch eine „Kombination von Therapie, speziellen Selbsthilfegruppen und geschulter Seelsorge“ könnten Lesben und Schwule das eigene „heterosexuelle Potential“ entwickeln, heißt es in den Unterlagen, die offenbar auch in Deutschland bekannt sind.

Die österreichische Koordinierungsstelle für Gesundheitsförderung sieht in den Workshops von TeenSTAR eine Gefährdung von Kindern und Jugendlichen. Nach heftigen Protesten hat sich auch das ÖVP-geführte Bildungsministerium dafür entschieden, die Arbeit des Vereins an Schulen zu unterbinden. TeenSTAR Österreich hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen.