Köln: Marokkaner bedroht Lebensgefährten – und will nicht schwul sein

„Homosexuelle gelten bei uns als Esel“, sagte er vor Gericht

Köln
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Ein 36-jähriger Marokkaner steht seit Donnerstag in Köln vor Gericht. Wie der Express berichtet, soll er seinen ehemaligen Lebensgefährten letzten Juni bedroht und ausgeraubt haben. Vor Gericht bestreitet er mit Nachdruck die Tat – und, schwul zu sein.

Der Angeklagte wollte von seinem damaligen Lebensgefährten Geld

Der Anklage zufolge hat der Mann seinem Ex-Freund ein Messer an den Hals gehalten, als dieser schlief. „Gib mir Geld, sonst steche ich dich ab“, soll er ihm gesagt haben, als er aufwachte – und stich drei Mal in die Matratze, um seiner Forderung Nachruck zu verleihen.

Doch die 100 Euro, die ihm das Opfer daraufhin gegeben hat, reichten dem Marokkaner offenbar nicht: Er ging mit seinem damaligen Lebensgefährten zu einem Geldautomaten, wo dieser noch einmal Geld abheben sollte. Doch das scheitete, das Opfer konnte sich Passanten aufmerksam machen, die Polizei den Mann festnehmen.

Vor Gericht schildert der Angeklagte, für den die Unschuldsvermutung gilt, die Sache ganz anders. Die beiden Männer seien freiwillig gemeinsam zum Geldautomaten gegangen, der ehemalige Lebensgefährte habe ihm 600 Euro für einen Trip nach Frankreich geben wollen. Doch dann habe der ihm eine Szene gemacht und ihn angezeigt.

Für ein Eheversprechen begleitete der 36-Jährige seine Freund nach Deutschland

Überhaupt, betonte der 36-Jährige, sei er nicht einmal schwul. „Homosexuelle gelten bei uns als Esel“, betonte er vor Gericht. Seinen Ex-Freund habe er als Sex-Touristen in seiner Heimat kennengelernt. „Davon gibt es viele in Marokko, das ist ganz normal“, erklärte. Er wollte mit den Zuwendungen der Touristen genug Geld verdienen, um sich selbständig machen zu können.

Vor dem Sex mit seinem damaligen Lebensgefährten habe er sich geekelt, so der 36-Jährige. „Am Anfang wollte er zwei Mal am Tag Sex“, erinnerte er sich: „Ich musste ihn an den Brustwarzen ziehen.“ Ertragen habe er das nur durch den Konsum von Kokain und Pornos – bis zur Trennung.

Denn der Geschädigte habe sein Versprechen, ihn zu heiraten und so den Aufenthalt in Deutschland zu sichern, nicht eingehalten. Er sei letztlich nur eine billige Putzfrau gewesen und habe sexuell immer verfügbar sein müssen, beschwerte sich der 36-Jährige vor Gericht.