Kuba: LGBT-Aktivisten bei Pride-Marsch verhaftet

Der staatliche Pride-Marsch wurde dieses Jahr untersagt

Flagge von Kuba
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In der kubanischen Hauptstadt Havanna haben sich am Samstag etwa 100 Mitglieder der LGBT-Community zu einer unangemeldeten Demonstration gegen Homophobie versammelt: Sie wollten zur Uferpromenade Malecón ziehen und damit gegen die Absage der offiziellen Veranstaltung demonstrieren.

Etwa 100 Aktivisten wollten sich mit der Absage des offiziellen Marsches nicht zufrieden geben

Unter Rufen wie „Diverses Kuba“ und mit wehenden Regenbogenfahnen waren die Teilnehmer eine Straße im Zentrum von Havanna entlang gezogen. Nach 400 Metern wurde der Zug von der Polizei gestoppt. Mindestens drei Teilnehmer, die die Polizeisperre durchbrechen wollten, wurden vorübergehend festgenommen. 

Der ursprünglich geplante Marsch wurde wegen „neuen Spannungen“ verboten

„Das ist kein politischer Protest, das ist nicht unsere Absicht. Wir stehen hinter Fidel Castro, der Revolution und allen anderen, obwohl sie uns den Rücken zukehren. Wir wollen zeigen: Yes, we can!“, ärgerte sich ein Teilnehmer über die Polizeiaktion.

Denn eigentlich gibt es seit zehn Jahren eine traditionelle Parade gegen Homophobie, die kubanische Version einer Pride. Sie sollte auch dieses Jahr vom staatlichen Zentrum für Sexualerziehung organisiert werden. Doch stattdessen wurde die Veranstaltung kurzfristig verboten. Das Zentrum begründete das Verbot mit neuen Spannungen im internationalen und regionalen Rahmen. Das Zentrum wird von Mariela Castro geleitet, der Tochter von Raúl Castro, dem Chef der Kommunistischen Partei Kubas.