Will die Stadt Wien beim Life Ball ohne Gery Keszler weitermachen?

Eine Äußerung von Bürgermeister Michael Ludwig lässt aufhorchen

Rathausplatz beim Life Ball
Life Ball/Christoph Leder

Eigentlich hat Gery Keszler angekündigt, dass der diesjährige Life Ball am 8. Juni der letzte sein wird. Unter dem Motto „United in Diversity“ – „Vereint in Vielfalt“ setzt Gery Keszler mit dem 26. Life Ball am 8. Juni zum Schlussakkord an. Doch nun könnte es eine überraschende Wendung geben: So bestätigte Bürgermeister Michael Ludwig im heutigen Gemeinderat Überlegungen, dass er den Life-Ball auch ohne Gery Keszler weiterführen möchte.

Die Stadt möchte den Life Ball erhalten, bestätigt der Bürgermeister im Gemeinderat

Die Stadt bemühe sich darum, eine Veranstaltung wie den Life Ball zu erhalten und eventuell in anderer Form und mit anderen Personen weiterzuführen, so Ludwig vor dem Stadtparlament, vor dem er auch die Förderungen der Stadt für den Ball rechtfertigte. „Dieser Betrag scheint im Hinblick auf die weltweite Publicity und dem damit einhergehenden Imagegewinn für die Stadt Wien vertretbar“, so der Bürgermeister.

Ludwigs Ankündigung sorgte für Interesse: „Es ist zu begrüßen, dass der Bürgermeister sich erstmals klar für eine Weiterführung des Life Balls ausgesprochen hat. Der Life Ball ist eine der wichtigsten Veranstaltungen in Wien und es wäre extrem schade, wenn dieses großartige Event nicht mehr stattfindet“, freut sich der NEOS-Abgeordnete Markus Ornig.

NEOS fordern eine gemeinsame Lösung mit den bisherigen Veranstaltern

Er fordert, dass sich Bürgermeister Ludwig zuerst mit den bisherigen Veranstaltern, dem Verein „Life +“ an einen Tisch setzen soll, damit vielleicht doch noch eine gemeinsame Lösung gefunden werden kann. Denn zuletzt hat es zwischen der Stadt Wien und den Organisatoren durchaus geknirscht.

„Nach 26 Jahren der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Stadt Wien würden wir uns wünschen, dass sich auch die Verantwortlichen der Stadt zur Richtigstellung der Fakten äußern. Es ist keineswegs korrekt, dass ‚Life +‘ jährlich eine Subvention von 900.000 Euro erhält, noch dass wir zusätzlich bis zu einer Million gefordert hätten oder eine Ausfallshaftung“, hieß es zuletzt in einer Erklärung des Vereins.

Wird der Life Ball künftig eine Veranstaltung der stadteigenen Marketing-Gesellschaft?

Dass der Life Ball in der Zeit nach Gery Keszler künftig näher an das Stadt Wien Marketing herangeführt werden könnte, sieht Ornig allerdings kritisch: „Der Life-Ball darf nicht zu einem PR-Event der Stadt verkommen, sondern soll weiterhin Bewusstsein für HIV-positive und an AIDS-erkrankte Menschen schaffen“, so der NEOS-Abgeordnete. Der Life Ball hat in den letzten 26 Jahren insgesamt 30 Millionen Euro an HIV-Projekte im In- und Ausland ausgeschüttet und einen unschätzbaren Beitrag zur Bewusstseinsbildung geleistet.

Zum neuen Vorstoß der Stadt gibt es noch keinen Kommentar aus den Reihen der (bisherigen) Veranstalter.