Homophobie-Vorwürfe gegen Nivea

Abwertende Formulierungen gegenüber einem schwulen Vertreter der Werbeagentur?

Nivea-Dose
Pixabay

Hat Nivea-Hersteller Beiersdorf ein Homophobie-Problem? Das legt zumindest der Bericht des US-amerikanischen Werbe-Branchenblattes AdAge nahe. Die Firma selbst hat den in der Branche kolportierten Vorfall bis jetzt zumindest nicht dementiert.

„Wir machen bei Nivea nichts Schwules“

Wie mit der Sache vertraute Personen berichtet haben, soll die Werbeagentur FCB den Verantwortlichen von Beiersdorf ein Werbesujet gezeigt haben, bei dem sich die Hände von zwei Männern berühren. Einer der Verantwortlichen soll daraufhin den Kreativen, von denen einer selbst homosexuell ist, daraufhin erklärt haben: „Wir machen bei Nivea nichts Schwules.“

Gegenüber AdAge wollte FCB keinen Kommentar zu der heiklen Causa abgeben. Beiersdorf reagierte weder in den Vereinigten Staaten noch in der Zentrale in Hamburg auf Anfragen.

Kurz nach dem Vorfall beendete die Agentur ihre Zusammenarbeit mit Nivea

Auf jeden Fall beendete FCB zeitnah zu diesem kolportierten Vorfall die Arbeit für Nivea. In einem internen Memo schrieb der Agenturchef Carter Murray seinen Mitarbeitern dass man in jeder langjährigen Beziehung an den Punkt komme, wo man darüber nachdenke, was man zusammen erreicht habe und die Segel setze für die nächste Reise.

„Manchmal erfordert diese Reise harte Entscheidungen und die Wege trennen sich“, so Murray weiter. Dieser Entscheidung sei „viel Reflektion und Diskussion über die eigenen kreativen Ambitionen“ vorausgegangen. Für andere Beiersdorf-Marken wir Eucerin oder Hansaplast werde man aber weiter tätig sein.

Zu den Gründen über das Ende der Partnerschaft schweigt Nivea-Hersteller Beiersdorf

Mittlerweile hat auch eine Sprecherin von Beiersdorf das Ende der langjährigen Geschäftsbeziehung bestätigt. „Der tiefgreifende Wandel der Konsumgüterindustrie und der Agenturlandschaft in den letzten Jahren hat zu einer Überprüfung des aktuellen Agenturmodells für die Marke Nivea geführt“, sagte sie dem deutschen Fachblatt W&V.

Über die näheren Gründe schwieg auch sie. Man könne zwar nachvollziehen, dass Emotionen und Interesse geweckt werden, wenn eine langfristige Geschäftsbeziehung zu Ende gehe. „Aber bitte verstehen Sie, dass wir Spekulationen zu den Hintergründen nicht weiter kommentieren möchten.“