Berlin: 21-Jähriger schlägt Lesbe mit der Faust ins Gesicht

Erneut wurde der Polizei ein homophoner Angriff gemeldet

Polizei
Symbolbild - Fotolia

In Berlin hat es am Wochenende erneut einen homophoben Zwischenfall gegeben. Am frühen Samstagmorgen wurde eine 28-Jährige vor einer Disco im Stadtteil Charlottenburg von einem 21-Jährigen zunächst beschimpft und dann geschlagen.

Die Frau wurde von ihrem Angreifer zunächst beschimpft und dann verprügelt

Passanten alarmierten die Polizei gegen 3.20 Uhr. Die Beamten kamen zu einem Lokal in der Joachimstaler Straße im Regenbogenkiez. Dort sagte die Frau den Polizisten, dass sie von einem anderen Gast des Clubs lesbenfeindlich beleidigt und mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden ist und erstattete Anzeige.

Der 21-Jährige war zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht mehr im Lokal. Allerdings konnten die Personalien des Burschen durch Aussagen anderer Gäste ermittelt werden. Nähere Angaben über den Angreifer hat die Berliner Polizei nicht gemacht. Die 28-Jährige erlitt bei dem Faustschlag eine Verletzung im Gesicht. Sie musste im Krankenhaus ambulant behandelt werden.

Die Zahl der Übergriffe auf sexuelle Minderheiten in Berlin steigt

Berlin ist die einzige Großstadt im deutschsprachigen Raum, die Verbrechen gegen sexuelle Minderheiten auch in ihren Pressemitteilungen extra ausschildert. Die Zahl solcher Angriffe ist zuletzt wieder gestiegen. So hat das Anti-Gewalt-Projekt Maneo im Jahr 2018 in Berlin insgesamt 382 Übergriffe auf Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen gezählt. Das sind um 58 mehr als im Jahr zuvor. Die meisten Übergriffe gibt es Maneo zufolge in Schöneberg, wo sich auch der Regenbogenkiez befindet. Dort sanken die gemeldeten Angriffe von 69 auf 49 um mehr als ein Viertel.

Auch die Berliner Polizei meldet einen neuen Höchststand bei den Straftaten gegen sexuelle Minderheiten: Sie zählte im letzten Jahr 225, das sind 54 mehr als im Jahr zuvor. Davon konnten 47 Prozent aufgeklärt werden – ein Anstieg zu 2017, wo die Aufklärungsrate bei 42 Prozent lag. Durch unterschiedliche Zählweisen können die Daten von Maneo und der Polizei nicht direkt verglichen werden.

Wer Opfer von Hasskriminalität wird, kann auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49(0)30 /4664 979 444 erreichbar. Beim schwulen Anti-Gewalt-Projekt Maneo können LGBTI-feindliche Straftaten aus Berlin über die Webseite oder das Überfalltelefon unter der Nummer +49/(0)30 /216 33 36 (täglich von 17 bis 19 Uhr) gemeldet werden.