Rammstein unterstützen LGBT-Community: Kuss in Moskau, Regenbogenflagge in Polen

Die deutsche Band bezieht ganz klar Stellung gegen Diskriminierung

Rammstein: Kuss in Moskau
Jens Koch/Rammstein/Instagram

Die deutsche Band Rammstein sorgt mit ihrem Engagement gegen Homophobie in Osteuropa derzeit für Schlagzeilen: In Polen und Russland setzten sie bei ihren Konzerten deutliche Zeichen der Solidarität mit geschlechtlichen und sexuellen Minderheiten.

In Polen wehte Schlagzeuger Christoph Schneider mit einer Regenbogenflagge und forderte gleiche Rechte für alle

Das erste Mal erstaunten Rammstein ihre Fans bei einem Konzert im polnischen Chorzów: Schlagzeuger Christoph Schneider schwenkte beim obligatorischen Schlauchboot-Surfen über die Hände der Konzertbesucher eine riesige Regenbogenflagge.

Auf Instagram postete Schneider dann ein Foto von der Aktion mit den Worten „Equal Rights for All“ und dem Hashtag #lgbtqpoland. Mittlerweile hat das Bild auf Schneiders Instagram-Kanal mehr als 37.000 Likes erhalten. Medien weltweit haben über die Aktion berichtet und so auch die polnische Community in die Öffentlichkeit gebracht.

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Equal rights for all #rammstein #lgbtqpoland

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Die Aktion kam nur wenige Tage, nachdem Hooligans die Teilnehmer einer friedlichen Gay Pride Parade in der ostpolnischen Stadt Bialystok gestürmt hatten. Sie wurden mit Steinen und Flaschen beworfen, bespuckt und mit Urin bespritzt.

Mit Spannung wurde deshalb auch das Rammstein-Konzert in Moskau erwartet. In Russland ist die neutrale oder positive Darstellung von Homosexualität verboten, wenn Minderjährige sie mitbekommen könnten. Dieses Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ war von Anfang an international umstritten.

Ein Gitarristen-Kuss in Moskau lässt die Fans jubeln

Und Rammstein enttäuschten auch in der russischen Hauptstadt ihre Fans nicht. Die Gitarristen Richard Z. Kruspe und Paul Landers küssten sich vor 83.000 Menschen auf der Bühne des ausverkauften Luschniki-Olympiastadions. Auf Facebook und Instagram postete die Band ein Foto davon und kommentierte es mit den Worten „Russland, wir lieben dich!“.

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Россия, мы любим тебя! Photos: @jenskochphoto

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Die Botschaft kam an: Das Posting wurde auf Facebook fast 3500 Mal geteilt – und erhielt überwiegend positive bis euphorische Kommentare. Auf Instagram gibt’s für das Foto sogar fast 250.000 Likes.

Für jene Rammstein-Fans, die die Band aufgrund ihrer martialischen Darstellung und den gekonnten Provokationen im rechten Lager verorteten, dürfte diese klare Positionierung wohl ein Schock sein. Der Band, die eine der erfolgreichsten in Deutschland ist, dürfte es wohl egal sein – die Herzen der echten Fans fliegen ihnen weiter zu.