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Berliner Homo-Mahnmal erneut beschädigt

Sichtscheibe wurde mit weißer Farbe besprüht

Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen
LSVD Berlin-Brandenburg

In Berlin wurde das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen erneut beschädigt. Wie der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) mitteilte, wurde das Sichtfenster, durch das ein Video mit einem küssenden homosexuellen Paar gesehen werden kann, „intensiv mit weißer Farbe beschmiert“.

Jörg Steinert, Geschäftsführer des LSVD Berlin-Brandenburg, hat bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Ermittlungen führt, wie bei allen Hassverbrechen, der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt (LKA) Berlin.

Immer wieder wird das Denkmal beschädigt – und die Täter werden nie gefasst

Die Chancen, dass der oder die unbekannten Täter gefasst werden, sind allerdings äußerst gering: Seit seiner Einweihung vor elf Jahren wurde das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen immer wieder beschädigt. Das erste Mal wurde drei Monate nach der Einweihung das Fenster eingeschlagen. Bis jetzt konnte noch kein einziger Täter ermittelt werden.

Der LSVD Berlin-Brandenburg hat deshalb letztes Jahr eine Mitgliederbefragung durchgeführt, ob das Denkmal videoüberwacht werden soll. Dabei stimmten 76,2 der Befragten für eine Überwachung, 23,8 Prozent waren dagegen.

LSVD-Mitglieder sind mit großer Mehrheit für eine Videoüberwachung des Mahnmals

Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, die auch das Homosexuellen-Denkmal verwaltet, hat bereits bekanntgegeben, dass sie sich um die Beseitigung des Schadens kümmert.

Das Denkmal wurde auf Beschluss des Deutschen Bundestages gebaut und am 27. Mai 2008 der Öffentlichkeit übergeben. Es wurde vom dänisch-norwegischen Künstler-Duo Michael Elmgreen und Ingar Dragset entworfen und greift dabei die Formensprache des Holocaust-Denkmals auf.

Sie wird dabei um ein zusätzliches Element ergänzt: In einer Fensteröffnung ist in Dauerschleife ein Video mit einem gleichgeschlechtlichen Kuss zu sehen. Zu Beginn war es ein Männerkuss, der 2010 von zwei küssenden Frauen abgelöst wurde.

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