Ungarn: Coca-Cola verteidigt LGBT-freundliche Werbung

...und bringt Flaschen im Regenbogen-Design in den Handel

LGBT-Werbung von Coca-Cola in Budapest
BKV

In Budapest hängen derzeit Plakate mit schwulen, lesbischen und heterosexuellen Paaren. Der US-Konzern Coca-Cola hat anlässlich des Sziget-Festivals seine „Love is Love“-Kampagne auch in Ungarn gestartet – sehr zum Missfallen rechtspopulistischer Politiker. Doch Coca-Cola lässt sich durch die Kritik nicht beirren.

„Homo-Lobby hat Budapest im Griff“, warnen rechte Medien

Medien, die der Regierungspartei Fidesz nahe stehen, empören sich über die Motive. nahmen diese Steilvorlage auf. „Die homosexuelle Lobby hat Budapest bereits im Griff“, warnte das rechte Portal Pesti Srácok.

Auch eine Online-Petition gegen die Werbekampagne war schnell aufgesetzt. Darin werden der Bürgermeister und die Budapester Verkehrsgesellschaft BKV aufgefordert, die „homosexuelle Werbung“, die von „Kindern gesehen“ werden könne, zu stoppen. An einigen Bushaltestellen haben wütende Rechte das selbst in die Hand genommen  und die Plakate, die dort hängen, beschmiert und verunstaltet.

Istvan Boldog, Parlamentsabgeordneter und stellvertretender Sprecher der rechtskonservativen Fidesz-Partei von Premierminister Viktor Orban, forderte sogar einen Boykott von Coca-Cola. Auch auf der Facebook-Seite des Getränkeriesen kündigen einige User an, nie wieder Coca-Cola zu trinken.

Coca-Cola steht zu seiner Werbekampagne und Regenbogen-Colaflaschen

Doch der US-Konzern geht von den kleingeistigen Rechtspopulisten nicht in die Knie. „Ungarn ist ein freies Land. Daher kann jeder frei entscheiden, ob er Coca-Cola trinken will“, antwortet Coca-Cola in einer Stellungnahme – und schiebt auf Facebook ein weiteres Motiv der „Love is Love“-Serie nach.

Außerdem bringt Coca-Cola anlässlich des Sziget-Festivals eine Coke-Zero-Sonderedition im Regenbogendesign heraus. Sie ähnelt jenen Flaschen, die anlässlich der EuroPride in Österreich erhältlich waren. Gleichzeitig wurden an den Bus- und Tramhaltestellen sowie in den Metrostationen neue Werbemotive mit der bunten Flasche sowie dem Slogan „Love is Love“ plakatiert.

Damit zeigt Coca-Cola, dass die Gleichberechtigung sexueller und geschlechtlicher Minderheiten für den Konzern mehr ist als nur ein Firmenlogo, das in Regenbogenfarben eingefärbt wird – sondern eine Haltung, die man auch bei Widerstand zeigt.