Keine Öffnung der Ehe in China

Parlaments-Sprecher erteilt den Hoffnungen der Community eine Absage

Flagge China
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Während Taiwan die Ehe als erstes Land in Asien für schwule und lesbische Paare geöffnet hat, lehnt die kommunistische Volksrepublik China die Öffnung der Ehe weiterhin ab. Das hat ein Sprecher des Parlaments in Peking bekräftigt.

In China bleibt die Ehe auf einen Mann und eine Frau beschränkt

Es bleibe bei Chinas Position, dass eine Ehe auf einen Mann und eine Frau beschränkt bleibe, so Zang Tiewei Sprecher des Justizausschusses im chinesischen Parlament, auf einer Pressekonferenz. Die Ehe auf heterosexuelle Paare zu beschränken passe „zu den Verhältnissen und den historischen und kulturellen Traditionen unseres Landes“, erklärte er.

Für die lebendige LGBT-Community im Reich der Mitte ist diese Festlegung ein herber Rückschlag: Im Mai hatte der benachbarte Inselstaat Taiwan auf richterliche Anordnung die Ehe geöffnet – das gab auch der Community in der Volksrepublik Hoffnung. China sieht Taiwan als chinesisches Staatsgebiet an, Taiwan betont seine Unabhängigkeit.

Die Community in China ist enttäuscht, aber nicht überrascht

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte der bekannte chinesische LGBT-Aktivist Sun Wenlin, er sei von den Äußerungen des Parlaments enttäuscht, aber nicht überrascht. Sun und sein Partner versuchten selbst vor drei Jahren, in China legal zu heiraten, das Ansinnen wurde aber von einem Gericht abgelehnt.

In der Vergangenheit hatten sich einzelne Abgeordnete des Parlaments in Peking immer wieder für eine Öffnung der Ehe stark gemacht – ein starkes Zeichen, auch wenn das Parlament meistens die Beschlüsse der Kommunistischen Partei abnicken darf.

Homosexualität ist in China nicht strafbar, in breiten Schichten der Gesellschaft allerdings ein Tabuthema. In den größten Städten gibt es allerdings eine große und aktive LGBT-Szene. Die Community sah sich in letzter Zeit verstärkt im Visier staatlicher Überwachung und Zensur. Dadurch nahm auch die Furcht vor wachsender Intoleranz in den vergangenen Monaten deutlich zu.