Sonntag, 14. Juli 2024
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Hat eine lesbische Astronautin die erste Straftat im All begangen?

Aus dem Weltall sah sich Anne McClain die Finanzen ihrer Ex-Frau an

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Die US-Raumfahrtbehörde NASA untersucht die erste mögliche Straftat, die vom Weltraum aus begangen wurde: Die offen lesbische Astronautin Anne McClain soll von der Internationalen Raumstation ISS das Konto ihrer getrennt lebenden Frau Summer Worden ausgespäht haben.

McClain bestätigt, auf das Konto zugegriffen zu haben – aber nur aus Sorge

Das behauptet zumindest Worden. McClain bestätigt zwar, von er ISS in das Konto ihrer Ex-Partnerin geschaut zu haben, bestreitet allerdings die kriminelle Absicht. Sie wollte nur sicherstellen, dass auf dem Konto genug Geld sei, um alle Rechnungen zu bezahlen und Wordens Sohn versorgt sei, so McClains Anwalt Rusty Hardin gegenüber der New York Times. Um das Kind haben sich während der Beziehung beide Frauen gekümmert.

Die 40-jährige Raumfahrerin, die im Juni nach sechs Monaten wieder auf die Erde zurückgekehrt war, bestreite „heftig“, dass sie etwas Unsachgemäßes getan habe, so ihr Anwalt weiter. Sie kooperiere vollständig mit den Behörden. Die Login-Daten für das Konto waren ihr noch aus der Zeit ihrer Beziehung bekannt.

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Geht es um einen schmutzigen Scheidungskrieg zwischen McClain und ihrer Ex-Partnerin?

Die Bank hatte auf Nachfrage von Worden recherchiert, dass von einem Netzwerk der NASA Zugriffe auf das Konto vorgenommen wurden. Nach Informationen der New York Times kam dabei kein Geld abhanden. Nun beschuldigt die Ex-Partnerin McClain des Identitätsdiebstahls.

In einer anderen Beschwerde gegenüber der NASA hieß es außerdem, dass der Zugriff von McClain auf das Konto ihrer Ex dazu gedient habe, Argumente dafür zu sammeln, Worden das Sorgerecht für ihren Sohn streitig zu machen. Dieser war geboren worden, als die beiden Frauen bereits zusammen waren, doch Worden verweigerte McClain das Recht, den Buben zu adoptieren.

Anne McClain weist alle Anschuldigungen gegen sie zurück

Um die Anschuldigungen der Noch-Ehefrau zu beweisen, müsste die NASA den Ermittlern Einblick in ihr strengstens gesichertes Computernetzwerk geben. Beobachter halten es allerdings für unwahrscheinlich, dass sie das für ein Scheidungsverfahren tun wird. Die Astronautin selbst hat am Samstag auf Twitter sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen.

There’s unequivocally no truth to these claims. We’ve been going through a painful, personal separation that’s now unfortunately in the media. I appreciate the outpouring of support and will reserve comment until after the investigation. I have total confidence in the IG process.

— Anne McClain (@AstroAnnimal) August 24, 2019

Ein Sprecher der NASA teilte mit, man äußere sich weder zu persönlichen noch zu Personal-Angelegenheiten. Anne McClain sei eine „hervorragende Astronautin“ und habe „während ihres ISS-Einsatzes hervorragende Arbeit“ geleistet.

Bevor McClain Astronautin wurde, absolvierte sie eine Ausbildung in West Point, der angesehensten Militärakademie der USA. Als Pilotin flog sie mehr als 800 Einsätze über dem Irak.