Berlin: Junger Schwuler krankenhausreif geschlagen

Eine Gruppe Jugendlicher bedrängte die Burschen, einem der beiden wurde das Jochbein gebrochen

Polizei Berlin
Symbolbild

In Berlin-Neukölln sollen am Freitag zwei junge Männer schwulenfeindlich beleidigt und angegriffen worden sein. Dabei wurde der Ältere der beiden krankenhausreif geprügelt. Das meldet die Polizei der deutschen Hauptstadt.

Am helllichten Tag wurden die beiden Männer beschimpft und verprügelt

Die beiden Männer, 21 und 23 Jahre alt, waren dem Polizeibericht gegen 16.40 Uhr in der Hermannstraße unterwegs. Plötzlich wurden sie von einer Gruppe Jugendlicher wegen ihrer sexuellen Orientierung beleidigt. Anschließend griffen die Jugendlichen die beiden Männer mit Tritten und Schlägen an.

Als einer der beiden Männer den Notruf gewählt habe, sei die Gruppe in Richtung Selchower Straße geflüchtet. Bei dem Übergriff erlitt der 23-Jährige nach Angaben der Polizei einen Jochbeinbruch. Er musste im Krankenhaus behandelt werden. Bei dem 21-Jährigen war zunächst keine medizinische Behandlung notwendig. Er erklärte, gegebenenfalls selbst zum Arzt zu gehen.

Einer der beiden jungen Schwulen erlitt bei dem Angriff einen Jochbeinbruch

Der Vorfall wurde erst später am Abend durch eine Familienangehörige eines der Angegriffenen angezeigt. Wie bei allen möglichen Hassverbrechen hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen.

Über die Identität der mutmaßlichen Täter gab es keine weiteren Informationen. Übergriffe auf Homosexuelle und Transpersonen werden von der Berliner Polizei bewusst öffentlich thematisiert, um so ein breiteres Bewusstsein zu schaffen.

Immer mehr Angriffe auf LGBT-Personen in Berlin

Und deren gibt es viele: Auch in Berlin-Lichtenberg wurde am Samstag ein junges schwules Paar angegriffen. Erst vor einer Woche gab es einen Angriff gegen ein weiteres schwules Paar in Berlin-Kreuzberg. In Neukölln waren Ende Juli zwei Frauen lesbenfeindlich beleidigt worden, Anfang Juli wurde ein Mann bei einem schwulenfeindlichen Überfall leicht verletzt.

Die Zahl der Fälle von Gewalt gegen sexuelle Minderheiten in Berlin ist im Jahr 2018 gestiegen. Das dürfte unter anderem daran liegen, dass auch kleine Vorfälle immer öfter gemeldet werden. Die Berliner Polizei zählte im letzten Jahr 225 Straftaten gegen sexuelle Minderheiten, das sind 54 mehr als im Jahr zuvor. Davon konnten 47 Prozent aufgeklärt werden – ein Anstieg zu 2017, wo die Aufklärungsrate bei 42 Prozent lag.