Tätlicher Angriff auf schwules Paar in Berlin

Der Täter konnte unerkannt entkommen

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

In Berlin-Lichtenberg hat es in der Nacht auf Samstag ein Hassverbrechen gegeben. Wie die Polizei meldete, ist ein schwules Paar in einer U-Bahn-Station angegriffen worden.

Plötzlich spürte der 23-Jährige einen Stoß in den Rücken

Wie ein 26-Jähriger am Samstag gegen 0.20 Uhr bei der Polizei anzeigte, waren er und sein drei Jahre jüngerer Freund kurz vor Mitternacht bei der U-Bahn-Station Friedrichsfelde auf der Stiege zur Alfred-Kowalke-Straße, als sich der Angriff ereignete.

Der 23-Jährige bekam ohne Vorwarnung von einem Unbekannten einen Stoß in den Rücken, beide Männer wurden schwulenfeindlich beschimpft. Anschließend verließ der Täter unerkannt die U-Bahn-Station.

Wie bei allen Hassdelikten üblich, hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen. Es geht um versuchte Körperverletzung und Beleidigung.

Zahl der angezeigten Hassverbrechen steigt an

Im Gegensatz zu anderen Städten geht die Berliner Polizei in ihrer Pressearbeit mit solchen Taten offen um und macht Hassverbrechen publik. Deshalb gelangen diese im Vergleich mit anderen Städten relativ oft an die Öffentlichkeit. Erst am Vortag wurden im Bezirk Neukölln zwei junge Männer schwulenfeindlich beleidigt und angegriffen. Dabei erlitt einer der beiden einen Jochbeinbruch.

Die Berliner Polizei zählte im letzten Jahr 225 Straftaten gegen sexuelle Minderheiten, das sind 54 mehr als im Jahr zuvor. Wer in der deutschen Hauptstadt Opfer von Hasskriminalität wird, kann auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30 /4664 979 444 erreichbar.

Beim schwulen Anti-Gewalt-Projekt Maneo können LGBTI-feindliche Straftaten aus Berlin über die Webseite oder das Überfalltelefon unter der Nummer +49/(0)30 /216 33 36 (täglich von 17 bis 19 Uhr) gemeldet werden.