LGBT-Infostand verwüstet: Jugendliche Täter ausgeforscht

Ausgerechnet am Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie griffen die Chaoten an

LGBT-Stand in Zürich
Pink Cross

Ausgerechnet am internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) haben in Zürich mehrere Chaoten den Stand einer Aufklärungsorganisation attackiert. Nun hat die Polizei mehrere Verdächtige im Visier.

Vier Jugendliche haben einen Infostand angegriffen und verwüstet – danach kam zumindest einer wieder und drohte

Vier Jugendliche mit Kapuzenpullis hatten am 17. Mai einen Stand der Organisation „Achtung Liebe“ beim Züricher Lochergut angegriffen. Die Organisation setzt sich in der ganzen Schweiz für eine zeitgemäße und altersgerechte Sexualaufklärung ein, unterstützt wurde sie dabei von den LGBT-Studentenorganisationen „z&h“ und „L-Punkt“.

Die Chaoten zerschnitten damals den Regenbogen-Banner auf dem Stand, warfen Flyer und Essen auf den Boden, drehten den Tisch um und stahlen eine Regenbogenflagge. Jemand nahm den Vorfall auf und stellte das Video auf Twitter. Mindestens eine der Angreifer kam dann auch noch zurück, um die Jugendlichen weiter zu bedrohen.

 „Es macht uns nachdenklich und traurig, dass es auch heute noch in der Schweiz so viel Wut und Hass gegen Personen gibt, die nur das Recht einfordern, dass jede*r Mensch sein und lieben darf, ohne diskriminiert zu werden“, hieß es damals in einer gemeinsamen Stellungnahme der betroffenen Organisationen.

Nun hat die Staatsanwaltschaft mehrere Verdächtige im Visier, mindestens zwei davon sind minderjährig

Vier Monate nach dem Angriff hat die Staatsanwaltschaft in Zürich nun mehrere Tatverdächtige im Visier. „Im Zusammenhang mit dem Vorfall führt die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen verschiedene Personen“, bestätigt auch Erich Wenzinger, Sprecher der Staatsanwaltschaft, dem Tages-Anzeiger.

Ihnen droht nun ein Prozess wegen Drohung und Tätlichkeit. Mindestens zwei der Tatverdächtigen sollen minderjährig sein:. „Wir können bestätigen, dass die Jugendanwaltschaft Zürich-Stadt eine Strafuntersuchung gegen zwei Jugendliche wegen geringfügiger Vermögensdelikte eröffnet hat“, bestätigt deren Sprecherin Sarah Reimann der Zeitung.

Wann genau die Prozesse gegen die Tatverdächtigen beginnen sollen, steht noch nicht fest. Nähere Informationen wollen die beiden Behörden aufgrund des laufenden Verfahrens nicht abgeben.