Angriff auf LGBT-Stand in Zürich: 19-jähriger Serbe geständig

Auch zwei Minderjährige sollen an der Tat beteiligt gewesen sein

LGBT-Stand in Zürich
Pink Cross

Ausgerechnet am internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) haben in Zürich mehrere Unbekannte den Stand einer Aufklärungsorganisation attackiert. Nun hat die Stadtpolizei Zürich einen der mutmaßlichen Täter ermittelt und festgenommen, wie sie in einer Pressemitteilung bekanntgab.

Der Angriff passierte ausgerechnet am internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie

Die Organisation „Achtung Liebe“ hatte am 17. Mai einen Stand am Züricher Lochergut. Die Organisation setzt sich in der ganzen Schweiz für eine zeitgemäße und altersgerechte Sexualaufklärung ein, unterstützt wurde sie dabei von den LGBT-Studentenorganisationen „z&h“ und „L-Punkt“.

Der nun gefasste 19-Jährige habe sich bei einer ersten polizeilichen Befragung geständig gezeigt, so die Behörde weiter. Der serbische Staatsbürger soll einen der Standbetreiber tätlich angegriffen und bedroht haben. Es gilt die Unschuldsvermutung. Nach weiteren Abklärungen und einer Hausdurchsuchung wurde der junge Mann nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wieder entlassen, er wurde auf freiem Fuß angezeigt.

Der Jugendliche ist geständig und wieder auf freiem Fuß

Insgesamt haben vier Jugendliche mit Kapuzenpullis den Stand angegriffen. Sie zerschnitten damals den Regenbogen-Banner auf dem Stand, warfen Flyer und Essen auf den Boden, drehten den Tisch um und stahlen eine Regenbogenflagge. Jemand nahm den Vorfall auf und stellte das Video auf Twitter.

Einer der Jugendlichen kam auch noch zurück, um die Betreiber des Standes weiter zu bedrohen. Ob das der nun geständige 19-Jährige war, ist unklar. Gegen zwei weitere Jugendliche, die unter am Stand Sachbeschädigungen begangen haben sollen, leitete die Jugendanwaltschaft bereits vorher eine Strafuntersuchung ein. Das hatte die Behörde bereits vorher bestätigt.

Wann die Jugendlichen sich vor Gericht verantworten müssen, ist noch unklar

„Es macht uns nachdenklich und traurig, dass es auch heute noch in der Schweiz so viel Wut und Hass gegen Personen gibt, die nur das Recht einfordern, dass jede*r Mensch sein und lieben darf, ohne diskriminiert zu werden“, hieß es damals in einer gemeinsamen Stellungnahme der betroffenen Organisationen.

Wann genau die Prozesse gegen die Tatverdächtigen beginnen sollen, steht noch nicht fest. Nähere Informationen wollen die beteiligten Behörden aufgrund des laufenden Verfahrens nicht abgeben.