Homophobe Prügelattacke am Münchner Oktoberfest

"Sie nannten uns Schwuchteln" - und dann setzte es Prügel für zwei junge Münchner

Sujetbild: Oktoberfest
Sujetbild - Hullbr3ach/Wikimedia - CC BY-SA 2.5

Zwei junge Männer wurden auf dem Münchner Oktoberfest von Schwulenhassern verprügelt. Ihnen passte nicht, dass der 23-jährige Paul E. und der ein Jahr jüngere Valentin G. Arm in Arm übers Gelände der Wiesn gelaufen sind. Die beiden Burschen wurden dabei verletzt – doch die Polizei ließ die Angreifer gehen.

Weil die beiden Burschen Arm in Arm über die Wies’n gingen, wurden sie von einer zehnköpfigen Gruppe attackiert

Der Vorfall, der erst jetzt bekannt wurde, ereignete sich bereits am 25. September. Die beiden Gastronomen waren mit zwei Freunden auf dem Oktoberfest und wollten kurz vor 20.00 Uhr nach Hause. Arm in Arm gingen sie gemeinsam in Richtung des Ausgangs Goetheplatz. „Wir sind Freunde, wen kümmert’s“, sagen die beiden Münchner der Abendzeitung.

Gekümmert hat das offenbar eine etwa zehnköpfige Gruppe, die dem Quartett auf Höhe der Theresienwiese entgegenkam: „Sie nannten uns Schwuchteln, erinnert sich Paul E. gegenüber der Bild-Zeitung. Einer aus der Gruppe forderte sie sogar zum Oralverkehr auf.

Als sie sich gegen die Beleidigungen wehren, werden die Burschen von der Gruppe verprügelt

Und dabei blieb es nicht: „Dann hat mir einer zwischen die Beine gefasst“, so  Valentin G. zur Abendzeitung. „Wir sagten: ,Spinnt ihr? Was seid Ihr für Homophobe?‘ Dann hatte ich schon eine Ohrfeige – links und rechts! Es ging blitzschnell“, so Paul E. im Gespräch mit der Bild.

Dann wirft der Angreifer, ein 30-Jähriger aus einer Münchner Umlandgemeinde, Paul E. zu Boden: „Ich habe meine Arme um meinen Kopf gelegt. Er hat auf mich eingetreten, Ich hatte Panik“, schildert er die Situation. Doch der 30-Jährige lässt von seinem Opfer nicht ab, setzt sich auf die Brust des Studenten und will weiter auf ihn einschlagen.

Auch Valentin G. werden die Beine unter dem Körper weggetreten. Ein anderer Mann schlägt mit seinen Fäusten auf den Kopf des 22-jährigen ein. Leo und Emil, die Begleiter der beiden, werden ebenfalls von der Gruppe angegriffen. Emil, der südbayerischer Vizemeister im Boxen war, weicht den Schlägen und Tritten aus, schlägt selbst aber nicht zurück.

Die Angreifer werden von der Polizei nicht festgenommen, sondern können nachher weiterfeiern

Der Angriff dauert kaum mehr als zwei Minuten. Eine Polizeistreife, die gerade in der Nähe war, kann Schlimmeres verhindern. Die Polizisten trennen die Angreifer und die Opfer und nehmen die Personalien auf. Danach schicken sie Opfer und Schläger weg, die Angreifer können unbehelligt weiterfeiern.

Ein Polizeisprecher erklärt später, dass die Beamten den homophoben Hintergrund des Angriffs nicht erkannt hatten. „Die Beamten sahen lediglich zwei Personen, die in Streit geraten waren“, so Polizeisprecher Florian Hirschauer gegenüber der Abendzeitung. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Für das Quartett endet der Wiesn-Besuch mit einer leichten Gehirnerschütterung. Nach dem traumatischen Erlebnis gehen sie gleich ins Krankenhaus, zwei Tage später erstatten sie Anzeige gegen die homophoben Prügler. Die Kriminalpolizei hat ihre Ermittlungen bereits aufgenommen.