Nach schwulenfeindlichem Übergriff: Die Wiesn zeigt (Regenbogen-)Flagge

Die Wiesn-Führung betont, wie wichtig Toleranz fürs Oktoberfest ist

Regenbogenflagge auf der Wiesn
Landeshauptstadt München/RAW

Nach einem homophob motivierten Übergriff zeigt sich das Münchner Oktoberfest von seiner buntesten Seite. Am gestrigen Dienstag haben die Veranstalter an zwei Masten am Festeingang Regenbogenflaggen gehisst – als Zeichen für Toleranz, Respekt und Vielfalt.

Besuchergruppe verprügelte Burschen, die sie für schwul hielt

Letzte Woche hatte eine zehn- bis fünfzehnköpfige Besuchergruppe aus dem Münchner Umland vier junge Männer als „Schwuchteln“ beschimpft, weil zwei von ihnen eingehängt über die Wiesn gingen. Als einer der Vier die Gruppe zur Rede stellen wollte, schlugen mehrere Männer aus der Gruppe zu. Dabei wurden ein 22-Jähriger und ein 23-Jähriger so stark verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Wegen des homophoben Hintergrunds ermittelt mittlerweile das für politisch motivierte Kriminalität zuständige Kommissariat 44. Personen, die zu dem Vorfall sachdienliche Hinweise geben können, werden übrigens gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München in Verbindung zu setzen.

„Toleranz ist eine wesentliche Maßeinheit für die Friedlichkeit der Wiesn“

Nun zeigt die Wiesn Flagge: „Die Wiesn steht wie kaum ein Ereignis sonst für Münchens Motto ‚leben und leben lassen‘“, erklärt Clemens Baumgärtner, Wirtschaftsreferent der Stadt München und so auch Chef der Wiesn, während seiner Rede beim „Rosa Montag“ im Zelt der Fischer Vroni.

Baumgärtner hat die Flaggen dann am Tag darauf gemeinsam mit Jörg Garstka, dem Vorstand des Münchner LGBT-Zentrums Sub, und dessen Geschäftsführer Kai Kundrath gehisst. „Toleranz ist eine wesentliche Maßeinheit für die Friedlichkeit der Wiesn“, betonte der Münchner Wirtschaftsreferent beim Hissen der Flagge.

Gleichgeschlechtliche Paare sollen auf der Münchner Wiesn „völlige Normalität“ sein

„Gewalt gegen Menschen, die sich nicht am Mainstream orientieren, darf auf unserer Wiesn keinen Platz haben. Wer die Wiesn kennt, weiß, dass jeder dort ungestört feiern kann. Zwei sich küssende Männer oder händchenhaltende Frauen sind dort völlige Normalität“, betont der Wiesn-Chef in diesem Zusammenhang.

Das Münchner Oktoberfest dauert in diesem Jahr noch bis zum 6. Oktober, und so lange sollen lokalen Medien zufolge auch die Regenbogenfahnen wehen.