14-Jährigen an den Füßen gefesselt und fotografiert: Polizist vor Gericht

Für Staatsanwältin und Richter hatten die Taten einen "niederschwelligen" sexuellen Bezug

Justitia
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In Berlin ist am Dienstag ein Polizist wegen Missbrauchs eines 14-Jährigen und des Besitzes von Kinderpornografie zu acht Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden. Das Urteil ist bis jetzt nicht rechtskräftig.

„Ich kitzle, fessle und massiere gerne Füße“ – aber das habe nichts mit Sex zu tun, sagte der Angeklagte

Der 49-Jährige stand vor Gericht, weil er im Jahr 2016 zwei Mal die Füße eines damals 14-Jährigen mit dessen Zustimmung gefesselt und dann fotografiert hatte. Der Angeklagte gestand die Handlung auch: „Ich kitzle, fessle und massiere gerne Füße“, erklärte er vor Gericht.

„Das hatte aber nichts mit Sex zu tun“, betonte der Beamte. Es handele sich dabei um einen „Tick“ aus seiner Kindheit. Auch sammle er Fotos von gefesselten Füßen.

Er bestätigte dem Gericht, den Schüler für die Fesselungen bezahlt oder den Kauf von Kleidung angeboten zu haben. Mit dem 14-Jährigen habe er zuvor vereinbart, dass dessen Intimbereich „bekleidet und unberührt“ bleibe. Das haben der Mann und der Jugendliche auch schriftlich festgehalten.

Für das Gericht hatten die Handlungen ein sexuelles Motiv

Nach Ansicht des Amtsgerichts Tiergarten hat der Mann den Buben zwar nicht sexuell berührt – allerdings hatten die Handlungen ein sexuelles Motiv, was für einen Schuldspruch reichte.  

Außerdem fanden die Ermittler auf dem Computer des derzeit suspendierten Polizisten mehr als 300 kinderpornografische Bilder. Der Beamte erklärte nun, die Fotos hätten sich bereits vor einer Strafrechtsverschärfung im Jahr 2015 auf seinem Computer befunden.

Mit dem Urteil folgt das Gericht dem Antrag der Staatsanwältin, die in den Taten ebenfalls einen „niedrigschwelligen“ sexuellen Bezug sah. Der Verteidiger bestritt ein sexuelles Motiv. Er forderte, den Angeklagten vom Vorwurf des Missbrauchs freizusprechen.