Vier Männer überfallen Schwulen und verprügeln ihn

Ein Online-Date endete mit einem Hinterhalt

Justitia
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Vor dem Landgericht in Duisburg müssen sich derzeit vier Männer aus Oberhausen verantworten. Sie sollen einen schwulen Mann verprügelt und ausgeraubt haben. Angelockt hat ihn einer der Angeklagten über ein schwules Dating-Portal, berichtet das Online-Portal Der Westen.

Das Opfer chattete mit dem 19-jährigen Hauptangeklagten und verabredete sich mit ihm

Das Opfer soll den 19 Jahre alten Hauptangeklagten auf der beliebten Dating-Plattform PlanetRomeo angeschrieben haben. Dort täuschte der junge Mann Interesse an einem Date vor und bat seinen Gesprächspartner um 300 Euro. Diese lieh ihm der Mann auch.

Als die Rückgabe des Geldes geplant war, sagte der 19-Jährige dem Mann, dass er nur einen 500-Euro-Schein bei sich hätte. Daraufhin fuhren die beiden Männer zu einer Bank, um beim Geldautomaten Wechselgeld zu holen. Als die beiden danach wieder ins Auto stiegen, schnappte die Falle zunächst zu.

Bei der Geldübergabe versuchte ein 41-Jähriger, den Mann zu überfallen

Der 19-Jährige sprang plötzlich aus dem Wagen, stattdessen tauchte ein 41-jähriger Mann auf. Er bedrohte das Opfer mit einem Messer und forderte das gerade abgehobene das Wechselgeld. Geistesgegenwärtig floh der Mann aus seinem Auto. Dass der junge Mann mit dem versuchten Raub zu tun hatte, kam dem Mann zu diesem Zeitpunkt nicht in den Sinn.

Wenige Minuten später telefonierte der Mann deshalb mit dem 19-Jährigen, die beiden vereinbarten ein erneutes Treffen auf dem Parkplatz an der Niederrheintherme in Oberhausen. Als der Mann aus seinem Wagen stieg, kam ihm der 19-Jährige in Begleitung von zwei Freunden, 19 und 21 Jahre alt, entgegen. Da begann das Opfer zu verstehen, was sein vermeintlicher Liebhaber geplant hatte – und versuchte zu fliehen.

Der 19-Jähriger verprügelte das Opfer mit zwei Freunden und brach ihm das Nasenbein

Doch der Fluchtversuch scheiterte: Die Angreifer konnten der Anklage zufolge die Handbremse ziehen, anschließend sollen die drei jungen Burschen auf ihr Opfer eingeschlagen haben. Bei dem Angriff wurde dem Mann das Nasenbein zertrümmert, es wurden 260 Euro erbeutet.

Nun wirft die Staatsanwaltschaft den vier Männern räuberische Erpressung und gemeinschaftliche Körperverletzung vor. Mit einem Urteil wird Mitte November erwartet. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

Wie die Bundesregierung kürzlich in der Antwort auf einen Kleine Anfrage der Abgeordneten Doris Achelwilm von der Linken bekanntgegeben hat, ist die Zahl der bundesweit gemeldeten Straftaten gegen LGBTI-Personen innerhalb eines Jahres um 46 Prozent angestiegen.