Rekord-Rückgang bei HIV-Neuinfektionen in Paris

PrEP wirkt: Rückgang bei schwulen und bisexuellen Männern besonders hoch

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Die Zahl der HIV-Neudiagnosen in Paris ist so stark zurückgegangen wie nie zuvor. Das berichtet unter anderem die französische Tageszeitung Le Monde. Zwischen 2015 und 2018 ist die Zahl der neu entdeckten HIV-Fälle um 16 Prozent zurückgegangen. Am stärksten war der Rückgang bei Männern, die Sex mit Männern haben.

Mehr als ein Fünftel weniger Neuinfektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben

Bei ihnen beträgt der Rückgang der Neudiagnosen seit 2015 sogar 22 Prozent – ein klarer Erfolg der Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP), bei der eine HIV-Infektion durch die Einnahme von Medikamenten verhindert werden kann. Diese Zahlen wurden während der „Fast Track Cities“-Konferenz in London vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein Programm verschiedener Großstädte, Aids bis zum Jahr 2030 zu besiegen.

So wurden letztes Jahr 906 Menschen in Paris HIV-positiv getestet, im Jahr 2015 waren es noch 1.078. Bei Frauen betrug der Rückgang nur 3 Prozent, sie sind für 30 Prozent der neu entdeckten HIV-Infektionen verantwortlich. Insgesamt gab es bei im Ausland geborenen Getesteten neun Prozent weniger HIV-Diagnosen, bei heterosexuellen Franzosen ging der Wert um 15 Prozent zurück.

Experten sind optimistisch, dass sich in ganz Frankreich weniger Menschen mit HIV angesteckt haben

In ganz Frankreich ist die Zahl der HIV-Neudiagnosen seit Jahren bei etwa 6.400 pro Jahr stabil. Welche Auswirkung der Rückgang in Paris auf den Rest des Landes hat, wird erst im in den nächsten Wochen feststehen, wenn die Zahlen aus ganz Frankreich veröffentlicht werden. Experten sind aber optimistisch.

„Das erklärt sich aus dem Gewicht der Hauptstadt bei den nationalen Zahlen“, erklärt Eve Plenel, die Generaldirektorin des Aidshilfe-Vereins „Vers Paris sans sida“: „In unserer Stadt konzentrieren sich 15 bis 17 Prozent der neu entdeckten HIV-Diagnosen Frankreichs. Das macht es zu einem vorrangigen Gebiet und einer statistischen Größe, bei der solide Schätzungen und Analysen nach Bevölkerungsgruppen möglich sind.“

Frankreich hat die PrEP als vorbeugende Maßnahme gegen HIV-Infektionen bereits im März 2016 freigegeben – noch einige Monate, bevor die EU-Kommission die Wirkstoffe für diesen Zweck in der ganzen Union zugelassen hatte. Die Kosten für die PrEP übernimmt bei Risikogruppen, zu denen auch schwule Männer gehören, die Krankenkasse.