Homophober Angriff im Berliner Regenbogenkiez

In den frühen Morgenstunden wurde ein Mann unvermittelt in einem Lokal angegriffen

Berlin: Nollendorfplatz
Standardizer/Wikimedia - CC BY-SA 3.0

Eigentlich sollte der Regenbogenkiez rund um den Nollendorfplatz in Berlin ein Ort sein, an dem sich sexuelle und geschlechtliche Minderheiten sicher fühlen können. Doch genau dort gab es in der Nacht auf Freitag einen homophoben Übergriff.

Ein Mann ging auf den 43-Jährigen zu und schlug ihm unvermittelt ins Gesicht

Es war gegen 3.20 Uhr, in einer Gaststätte in der Eisenacher Straße. Ein Unbekannter ging auf einen 43-Jährigen Mann zu und schlug ihm unvermittelt ins Gesicht. Dabei soll der Schläger nach Angaben der Polizei gemeint haben, dass er nicht auf Männer stehe.

Anschließend verließ der Unbekannte das Lokal. Der 43-Jährige erlitt bei dem Angriff Schwellungen im Gesicht. Wie bei allen möglichen Hassverbrechen hat der Polizeiliche Staatsschutz am Landeskriminalamt Berlin die Ermittlungen übernommen.

Häufung homophober Taten in Berlin

Nähere Informationen zum Angreifer oder dem Lokal, in dem sich der Vorfall abgespielt hat, gab es seitens der Polizei nicht. Die Eisenacher Straße durchkreuzt in ihrem nördlichen Teil von der Kleiststraße bis etwa zur Winterfeldtstraße den schwulen Kiez rund um den Nollendorfplatz. Dort gibt es auch einige schwule Lokale.

In den letzten Tagen hat es in Berlin eine Häufung von homophoben Taten gegeben: In der Nacht auf Mittwoch wurden zwei Männer auf der Kurfürstenstraße im Stadtteil Tiergarten von zwei Unbekannten zunächst schwulenfeindlich beleidigt. Danach attackierten sie die Unbekannten mit Schlägen und Tritten, die Opfer mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Am Montag wurde ein lesbisches Paar von einer Gruppe Jugendlicher beleidigt und verfolgt, die mutmaßlichen Täter konnten in diesem Fall ausgeforscht werden. Kurz davor war eine 32 Jahre alte Frau in Berlin vor einer Disco von einem Taxifahrer lesbenfeindlich beleidigt und angegriffen worden.

Mehr Gewalt gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten in Berlin

Die Zahl der Fälle von Gewalt gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten in Berlin ist im Jahr 2018 gestiegen. Das dürfte auch daran liegen, dass sie immer öfter gemeldet werden. Die Berliner Polizei zählte im letzten Jahr 225 Straftaten gegen sexuelle Minderheiten, das sind 54 mehr als im Jahr zuvor. Davon konnten 47 Prozent aufgeklärt werden – ein Anstieg zu 2017, wo die Aufklärungsrate bei 42 Prozent lag.

Wer Opfer von Hasskriminalität wird, kann auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30 /4664 979 444 erreichbar. Beim schwulen Anti-Gewalt-Projekt Maneo können LGBTI-feindliche Straftaten aus Berlin über die Webseite oder das Überfalltelefon unter der Nummer +49/(0)30 /216 33 36 (täglich von 17 bis 19 Uhr) gemeldet werden.