Berlin: Verfolgungsjagd nach homophober Beschimpfung

17-Jähriger spuckt 20-Jährigen an, als er ihn verfolgt, schlägt er ihm mit der Faust ins Gesicht

Polizei Berlin
Symbolbild

Gleich zwei homophobe Straftaten gab es am vorigen Wochenende in Berlin. Das meldet die Polizei der deutschen Hauptstadt. In beiden Fällen konnten mutmaßliche Täter identifiziert werden.

Eine Gruppe junger Schwuler wurde in einem Einkaufszentrum angepöbelt

Der erste Vorfall ereignete sich gegen 18.30 in einem Einkaufszentrum am Pariser Platz im Zentrum Berlins. Ein 18-Jähriger, der mit einer Gruppe junger Schwuler unterwegs war, soll zunächst von einem Mann, der Teil einer Gruppe war, angerempelt worden sein. Dann soll der Mann den Burschen wegen seiner Homosexualität beschimpft haben.

Ein 17-Jähriger Begleiter des Unbekannten soll dann einem 24 Jahre alten Begleiter des zuvor angepöbelten 18-Jährigen ins Gesicht gespuckt haben. Dann flüchtete die Gruppe mit den Angreifern in verschiedene Richtungen. Der 17-Jährige lief mit zwei Begleitern in die Wilhelmstraße.

Als der 20-Jährige den Angreifer erreicht, schlägt er ihm mit der Faust ins Gesicht

Ein 20-Jähriger aus der Gruppe der Angegriffenen verfolgte den Burschen. Als er in erreicht hatte, soll ihm der 17-Jährige mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, anschließend stieg er in einen Bus der BVG. 

Doch dort endete die Flucht: Der 20-Jährige machte den Fahrer auf seinen Fahrgast aufmerksam, der Bus blieb bis zum Eintreffen der Polizei stehen, die Beamten konnten den 17-Jährigen vorläufig festnehmen. Er wurde zunächst in Polizeigewahrsam gebracht und dann seinem Vater übergeben.

In Niederschönhausen wurde ein 42-Jähriger homophob und rassistisch beleidigt

Wenige Stunden später, kurz vor 21.00 Uhr, ist dann im Berliner Stadtteil Niederschönhausen ein 42 Jahre alter Mann homophob und rassistisch beleidigt worden, dann wurde er geschlagen. Der Mann erlitt dabei leichte Verletzungen im Gesicht, er wollte selbst zum Arzt gehen.

Die herbeigerufene Polizei konnte noch vor Ort einen ebenfalls 42 Jahre alten Tatverdächtigen festnehmen. Er kam in polizeilichen Gewahrsam, dort wurde er erkennungsdienstlich behandelt. Auf richterliche Anordnung erfolgte eine Blutabnahme. Dann kam der Mann wieder auf freien Fuß.

Wie bei allen mutmaßlichen Hassverbrechen hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die weiteren Ermittlungen übernommen. Zu den Beteiligten gab es keine weiteren Meldungen.Wer Opfer von Hasskriminalität wird, kann auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30 /4664 979 444 erreichbar.