20 Jahre SoHo: Mario Lindner als Chef wiedergewählt

Bei den Sozialdemokraten will man nun in die Zukunft schauen

Mario Lindner
Daniel Klein

Mario Lindner ist am Samstag bei der Bundeskonferenz der Sozialdemokratischen LGBTIQ-Organisation SoHo mit überwältigender Mehrheit als Vorsitzender wiedergewählt worden. So entschieden sich 98 Prozent der Delegierten für den 37 Jahre alten Obersteirer.

Größter Erfolg: Das Verbot von „Konversionstherapien“ bei Minderjährigen

Mit der Bundeskonferenz hat die Organisation auch ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. „Seit 20 Jahren kämpft die SoHo für gleiche Rechte, Vielfalt und Solidarität. Und schon fünf Jahre länger, seit dem Jahr 1994, sind wir als sozialdemokratische LGBTIQ-Bewegung aktiv. Das ist ein Grund, um nicht nur auf die Erfolge der Vergangenheit zu blicken, sondern insbesondere die neuen Herausforderungen der Zukunft anzupacken“, betonte Lindner.

Der größte Erfolg, den die SoHo in letzter Zeit verbuchen konnte, war der einstimmige Beschluss zum Verbot von Konversionstherapien im österreichischen Nationalrat. Lindner, damals noch Abgeordneter, nutzte hier geschickt das „Spiel der freien Kräfte“, das durch die Abwahl der Regierung Kurz entstanden war.

Hate Crimes, moderne Partnerschaftsmodelle und Kampf gegen Rassismus und Sexismus als neue Herausforderungen

„Trotzdem gibt es für uns noch viel zu tun. Die SoHo ist heute so breit und stark aufgestellt, wie nie zuvor in ihrer 20-jährigen Geschichte. Jetzt geht es darum, mit voller Kraft in die Zukunft zu blicken – sei es für ein Verbot von Diskriminierung in allen Lebensbereichen, den Kampf gegen Hate Crimes, moderne Partnerschaftsmodelle oder den Kampf gegen Rassismus und Sexismus in unserer Gesellschaft. Es gibt noch viel zu tun“, so Lindner.

Mit großen Mehrheiten wurden auch die stellvertretenden Bundesvorsitzenden Bakri Hallak  aus Wien, Christina Bielowski  aus Tirol, die Kärntnerin Anna-Maria Schuster, Rene Gschnaidtner aus Oberösterreich und der Niederösterreicher Norbert Payr bestätigt. Ebenfalls als stellvertretende Vorsitzende wurden die Präsidentin des sozialdemokratischen LGBTIQ-Netzwerks „Rainbow Rose“, Camila Garfias, und SoHo Frauensprecherin Tatjana Gabrielli gewählt.

Unter den Gratulanten war auch SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi Wagner. „Das Ergebnis der Wahl spiegelt seine unermüdliche Arbeit für echte Gleichstellung und gegen jede Art von Diskriminierung von LGBTIQ-Personen wider und ich freue mich sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm!“, so die Parteichefin.