Mindestens 331 Trans-Menschen wurden in den letzten zwölf Monaten ermordet

Zahl der Gewaltdelikte bleibt hoch - einige Gruppen innerhalb der Trans-Community sind besonders betroffen

Transgender-Flagge
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In den letzten zwölf Monaten wurden mindestens 331 transsexuelle Menschen wegen ihrer Geschlechtsidentität umgebracht. Diese erschütternde Zahl wurde anlässlich des „Transgender Day of Remembrance“, dem Gedenktag für die Opfer transphober Gewaltverbrechen am 20. November, veröffentlicht. Die Dunkelziffer dürfte allerdings viel höher liegen.

Mehr als jeder Dritte gewaltsame Tod geschah in Brasilien

Das gefährlichste Land ist dabei Brasilien. Hier starben in den letzten zwölf Monaten mindestens 130 Transpersonen. In Mexiko wurden 63 Transpersonen ermordet, in Europa wurden neun Morde gezählt. Das jüngste Opfer war erst 14 Jahre alt.

Mindestens dreißig Transpersonen starben n den Vereinigten Staaten einen gewaltsamen Tod. Fast 85 Prozent von ihnen waren dabei Angehörige einer ethnischen Minderheit, fast zwei Drittel von ihnen jünger als 35 Jahre.

In den letzten 11 Jahren starben über 3.000 Trans-Personen einen gewaltsamen Tod

Gezählt werden die Morde an Transpersonen seit 2008 vom „Trans Murder Monitoring Projekt“. Insgesamt wurden seitdem 3314 Fälle aus 74 Ländern gezählt. „Trans- und geschlechtsspezifische Menschen sind Opfer schrecklicher Hassgewalt, einschließlich Erpressung, körperlicher und sexueller Übergriffe und Mord“, sagt dessen Sprecher Lukas Berredo.

Und die Zahl der ermordeten Transpersonen steigt stetig, seit das Projekt begonnen hat zu zählen. Im Jahr 2008 wurden noch 148 Morde dokumentiert, 2018 gab es mit 369 Toten einen neuen Höchststand. Doch davon ist dieses Jahr mit 331 Morden nicht so weit entfernt.

Besonders gefährdet: Sex-Arbeiter und ethnische Minderheiten

Fast zwei Drittel der gemeldeten Opfer in den letzten elf Jahren waren Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter. In Frankreich, Italien, Portugal und Spanien waren gut zwei Drittel Prozent der gemeldeten Mordopfer im letzten Jahrzehnt Migranten.

Doch mit dem gewaltsamen Tod ist für viele Transpersonen ihre lebenslange Diskriminierungsgeschichte noch nicht zu Ende: In den USA werden fast drei Viertel der Opfer in den Polizei- oder Medienberichten zunächst mit ihrem früheren Geschlecht erwähnt. Für Aktivistinnen und Aktivisten ist das respektlos – und könnte außerdem die „Ermittlungen erschweren“.