Geschmackloser HIV-Tweet: Donald Trump Jr. empört nicht nur die Community

Präsidentensohn strapaziert alle Vorurteile, mit denen HIV-Positive leben müssen, in sieben Wörtern

Donald J. Trump
Gage Skidmore - CC BY-SA 2.0

Mit einem besonders geschmacklosen Tweet zum Thema HIV hat Präsidentensohn Donald Trump Jr. für Aufregung gesorgt – und gezeigt, dass die Aufklärung über aktuelle Therapieerfolge noch nicht überall angekommen ist.

Auslöser der Aufregung war ein Artikel der LGBT-Webseite Queerty, mit dem Titel „Was Sie verlieren können, wenn Sie keinen Sex mit Menschen mit HIV haben“. Inhalt: Das Stigma, mit denen HIV-Positive beim Dating kämpfen müssen und Fake News über die Verbreitung des Virus.

Trump nimmt einen Artikel gegen die Stigmatisierung von HIV-Positiven, um HIV-Positive zu stigmatisieren

So heißt es in dem Artikel: „Wenn jemand HIV-positiv ist, seinen Status kennt, die Medikamente wirken und er konstant eine nicht nachweisbare Viruslast hat, kann er das Virus nicht weitergeben. Auch PrEP ist in den USA und in anderen Ländern großflächig verfügbar , um zu verhindern, dass sich Menschen mit HIV anstecken.“

Doch anstatt den Artikel zu lesen, twitterte der Trump-Spross einen Link dazu mit dem süffisanten Kommentar „Nun, ich kann mir da etwas vorstellen…“ – offenbar meinte er damit das Leben – was dem Inhalt des Artikels um 180 Grad widersprach.

Empörung, Schelte und unfreundliche Bezeichnungen für den Präsidenten-Sohn

Dem entsprechend bekommt Donald Trump Jr. auf Twitter jede Menge Schelte für seine unqualifizierte Meldung. „Ihr Kommentar ist zu hundert Prozent Teil des Problems, indem er das Stigma stärkt, das die ganze Welt zerstören will, weil es in unserem Leben buchstäblich möglich ist, HIV/AIDS zu beenden“, schreib beispielsweise der offen schwule und HIV-positive Schauspieler Javier Muñoz.

Deutlich kürzer, aber deftiger fasste sich der offen schwule  Musiker und Schauspieler Telly Leung. „Du bist ein verabscheuungswürdiger Mensch. Bilde dich weiter, du bedauernswerte Entschuldigung für ein menschliches Wesen“, schreib er dem Präsidenten-Sohn auf Twitter.