Montag, 15. Juli 2024
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Aids Hilfe Wien will zum Zentrum für sexuelle Gesundheit werden

Das Aids Hilfe Haus soll zur ersten Anlaufstelle für alle Fragen zu Sex und Gesundheit werden

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Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag. Grund genug für die Aids Hilfe Wien (AHW), Bilanz zu ziehen und nach vorne zu blicken. So möchte sich die etablierte Einrichtung am Gumpendorfer Gürtel zum Zentrum für sexuelle Gesundheit weiterentwickeln.

Mit dem neuen Konzept will die Aids Hilfe Wien ihre Zukunft sichern

„Angesichts der Entwicklungen im HIV- und AIDS-Bereich der letzten Jahre, bedarf es einer Neukonzeption und einer inhaltlichen Erweiterung der Aids Hilfe Arbeit für das Jahr 2020 und darüber hinaus“, so Wolfgang Wilhelm, Obmann der Aids Hilfe Wien. So sind HIV und Aids mit aktuellen  Behandlungsmethoden gut beherrschbar, mit der PrEP gibt es eine Möglichkeit, eine Infektion zu verhindern.

Deshalb sollen HIV künftig im Kontext aller sexuell übertragbaren Krankheiten eingebettet und die Test- und Beratungsangebote der AHW ausgebaut werden. „Wir dürfen HIV nicht länger isoliert betrachten, sondern wollen unsere Zuständigkeit auf alle sexuell übertragbaren Krankheiten ausweiten: HIV, Syphilis, Tripper, Chalmydien und virale Hepatitis“, so Wilhelm.

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Behandlungszentrum und Beratungsstelle für sämtlich sexuell übertragbaren Krankheiten

Außerdem möchte die Aids Hilfe Wien ihr Angebot um ein Behandlungszentrum und eine Beratungsstelle erweitern. Dabei möchte man sich vor allem an Personen wenden, die ein besonders hohes Infektions- bzw. Erkrankungsrisiko haben, sowie an Jugendliche und an die allgemeine Bevölkerung.

Für sexuell übertragbare Krankheiten, relevante Schutzimpfungen und die medizinische Prävention möchte die AHW eine Möglichkeit der direkten, diskriminierungsfreien und lebensweltakzeptierenden Behandlung schaffen. Dazu soll eine Arztpraxis im Aids Hilfe Haus integriert werden, man strebt auch eine Anerkennung als Familienberatungsstelle an.

Auch eine Anlaufstelle für männliche Sexarbeiter ist geplant

Auch eine niederschwellige Anlaufstelle für männliche Sexarbeiter soll geschaffen werden. „Hier geht es um Sexarbeitsmigration, Jugendliche, Illegalität, unterschiedliche sexuelle Orientierungen, Zwang, Gewalt, Kriminalität, Stigmatisierung, soziales Elend, Substanzkonsum – und um HIV und STDs. Daher wollen wir im deutschen Sprachraum vorhandenes Know-how nutzen und nach internationalen Vorbildern beginnen eine Anlaufstelle für männliche Sexarbeiter in Wien aufzubauen“, so AHW-Obmann Wilhelm.

Doch auch ihre Kernkompetenz will die Aids Hilfe Wien stärken. Immerhin hat man im Jahr 2018 insgesamt 10.381 HIV-Tests durchgeführt. Künftig soll für HIV-positive Menschen der Weg zur Therapie geebnet und kürzer gestaltet werden. „Weiters wollen wir das Heimtestsystem S.A.M. nach Österreich bringen, das gerade für Menschen in Niederösterreich und im Burgenland interessant ist“, so Wilhelm.