YouTube sperrt 300 Bushido-Videos in Deutschland

Weil "Sonny Black" auf dem Index steht: Medienanstalt forderte Konsequenzen

Bushido
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Die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) lässt mehr als 300 Videos des Rappers Bushido sperren. Sie enthalten einzelne Tracks aus dem Album „Sonny Black“, das wegen seiner frauenfeindlichen, homophoben und gewaltverherrlichenden Texte in Deutschland auf dem Index landete.

„Du schwuler Spast“ und andere Beschimpfungen: Bushidos „Sonny Black“ wirkt für Kinder und Jugendliche verrohend

„Du schwuler Spast“, „Berlin ist mein Hauptquartier, Du Schwuchtel wirst hier ausradiert“ oder „Kleine Schwuchtel mit dei’m Unterlippenpiercing, ein falsches Wort und deine Zunge spürt Rasierklingen“ – solche Textpassagen sind auf dem Album zu finden, das 2014 erschienen ist und in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit Gold ausgezeichnet wurde.

Im Jahr 2015 stufte die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien Bushidos „Sonny Black“ schließlich als jugendgefährdend ein und setzte es auf den Index. Elke Monnsen-Engberding, die Leiterin der Bundesprüfstelle, erklärte damals, das Album wirke auf Kinder und Jugendliche „verrohend“.

Bushido bekämpfte die Indizierung – doch das Höchstgericht ließ ihn abblitzen

Das bestritt Bushido in einem Gerichtsprozess, mit dem er die Indizierung des Albums bekämpfte – doch ohne Erfolg. Ende Oktober hat das Bundesverwaltungsgericht die Einstufung der Prüfstelle bestätigt. Homosexuelle und Frauen würden durch die „vulgäre Sprache“ herabgewürdigt, so Richter Thomas Heitz.

Wegen dieser Indizierung darf das Album nicht an Kinder und Jugendliche verkauft werden, auch im Internet muss sichergestellt werden, dass Unter-18-Jährige keinen Zugriff auf die Bushido-Songs haben.

Medienanstalt kontrolliert, ob Minderjährige auch im Internet keinen Zugang zu den Songs haben

Nun hat die MA HSH getestet, ob dieses Verbot auch eingehalten wird – mit einem frustrierenden Ergebnis: Auf YouTube waren sämtliche Videos mit Musik aus „Sonny Black“ frei zugänglich. Daraufhin hat die Medienanstalt die Videos der Videoplattform gemeldet.

Diese reagierte schnell: Die Videos dürften nun in Deutschland nicht mehr abrufbar sein, gab die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein nun bekannt.