Bayern: Politik verharmlost schwulenfeindliche Verbrechen

Kein Aktionsplan, keine Ansprechpartner bei Polizei und Staatsanwaltschaft

München
Nagy/Presseamt München

Erst Ende November hat ein homophober Zwischenfall in der Münchner U-Bahn Schlagzeilen gemacht. Jetzt kritisiert der deutsche Lesben- und Schwulenverband (LSVD): Die Polizei habe diese schwulenfeindliche Straftat nicht ernst genug genommen.

Zuerst wurden die Männer von der Gruppe angepöbelt, dann geschlagen

So wurden drei Männer in der Münchner U-Bahn-Station am Stachus von einer siebenköpfigen Gruppe zunächst angepöbelt und denn geschlagen. Der Polizei gelang es, zwei mutmaßliche Angreifer im Alter von 19 Jahren festzunehmen.

Nun fordert der LSVD in Bayern einen besseren Schutz gegen homo- und transphobe Übergriffe. „Die Landesregierung muss dafür sorgen, dass hauptamtliche LSBTI*-Ansprechpersonen bei der Landespolizei und den Staatsanwaltschaften etabliert werden“, fordert Hannah Lea vom LSVD-Landesvorstand.

Die Polizei nimmt diese Straftaten nicht ausreichend ernst, kritisiert der LSVD Bayern

„Wir verurteilen, dass mitten in München homosexuellen- und transfeindliche Gewalttaten scheinbar so normal sind, dass selbst die Polizei diese Straftaten nicht ausreichend ernst nimmt“, so der Verband weiter. Man gehe außerdem davon aus, „dass 80 bis 90 Prozent der homosexuellen- und transfeindlich motivierten Straftaten nicht zur Anzeige kommen“, so LSVD-Landesvorstand Markus Apel.

Als einziges deutsches Bundesland gibt es in Bayern keinen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie. Das müsse sich ändern, so der bayerische LSVD. Hassmotivierte Straftaten gegen Lesben, Schwule und Transgender „zielen nicht nur auf die Menschen als Individuen, sondern auch darauf, ganze Bevölkerungsgruppen einzuschüchtern.“