Jungen Schwulen mehrmals angegriffen: Iraker vor Gericht

Weil er unbescholten war, gab es eine Bewährungsstrafe - diese ist noch nicht rechtskräftig

Justitia
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Weil er einen jungen Schwulen wegen dessen Homosexualität gleich drei Mal attackiert haben soll, stand ein 20-jähriger Iraker in St. Pölten vor Gericht. Dort zeigte sich der junge Mann uneinsichtig, berichten die Niederösterreichischen Nachrichten.

Im Zug hat der Angeklagte das Opfer plötzlich am Hals gepackt und bedroht

Der junge Mann aus dem Erlauftal war mit seinem Freund im Zug unterwegs. Plötzlich saß der Angeklagte neben den beiden Burschen. „Ich kannte ihn nicht. Plötzlich hat er mich am Hals gepackt. Dann hat er wieder von mir abgelassen“, berichtet das Opfer im Prozess: „Als ich dann aus dem Zug aussteigen wollte, hat er mich rausgestossen, ich bin hingefallen.“

Der Grund für die Attacke? „Er hat gesagt, dass er es nicht akzeptiert, dass ich homosexuell bin. Ich habe Angst vor ihm“, so der Bursche vor Gericht. Und dafür gibt es gute Gründe: Denn drei Monate später kreuzten sich die Wege der beiden jungen Männer wieder.

„Du wirst schon sehen, was passieren wird“: Plötzlich gab es Faustschläge in den Bauch

„Mit seinen Freunden hat er mich eingekreist, gesagt: ,Du wirst schon noch sehen, was passieren wird!“, erinnert sich das Opfer. Beim nächsten Aufeinandertreffen soll der Iraker dem Burschen dann Faustschläge in den Bauch verpasst haben.

Nun musste sich der 20-Jährige wegen gefährlicher Drohung und versuchter Körperverletzung vor dem Landesgericht St. Pölten verantworten. Schmerzensgeld für die Faustschläge will der Bursche nicht. „Ich möchte nur meine Ruhe haben“, so das Opfer.

Der Angeklagte ist nicht geständig

Der Angeklagte ist nicht geständig – obwohl ihn Zeugen belasten. Und auch der Richter glaubt dem Opfer. Die Staatsanwältin fordert ein hartes Urteil. Weil der 20-Jährige bislang unbescholten ist, kommt er mit vier Monaten auf Bewährung davon. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, es gilt die Unschuldsvermutung.

Wie viele solcher Hassverbrechen in Österreich geschehen, ist übrigens nicht bekannt – die Polizei führt darüber keine eigene Erhebung. Schätzungen zufolge sind Angehörige sexueller oder geschlechtlicher Minderheiten zwanzig Mal öfter von Gewalt betroffen. LGBT-Aktivisten fordern schon lange eine Erhebung, wie oft auch in Österreich Angehörige einer sexuellen oder geschlechtlichen Minderheit zur Zielscheibe werden.