Grüne wollen „Homo-Heilungen“ auch für Erwachsene verbieten

Verbot für Minderjährige reicht der stellvertretenden Grünen Klubchefin Ewa Ernst-Dziedzic nicht

Ewa Ernst Dziedzic
Parlamentsdirektion/Thomas Topf

In Österreich hat sich der Nationalrat im Juli einstimmig gegen „Konversionstherapien“ für Minderjährige ausgesprochen. Diese sollen die Jugendlichen von ihrer Homosexualität „heilen“ – und richten dabei großen seelischen Schaden an. Der stellvertretenden Grünen Klubchefin Ewa Ernst-Dziedzic geht das aber nicht weit genug.

„Es braucht ein klares Gesetz, das alle Menschen schützt“

„Das war ein guter erster Schritt, es braucht hier aber nicht nur einen Erlass für Minderjährige, sondern ein klares Gesetz, das alle Menschen und nicht nur Minderjährige vor solchen Unsinns- und Pseudo-‚Therapien‘ schützt“, meint Ernst-Dziedzic.

Grund für diese Forderung ist ein aktueller Beschluss der deutschen Regierung, „Konversionstherapien“ für Minderjährige zu verbieten: Bei Verstößen gegen das Verbot des Bewerbens, Anbietens und Vermittelns sind Bußgelder bis zu 30.000 Euro geplant. Auch Haftstrafen bis zu einem Jahr sind möglich.

In Österreich könnte die neue Bundesregierung ein solches Gesetz auf den Weg bringen – und der werden nach jetzigem Stand auch die Grünen angehören. Im Europa-Schnitt wäre Österreich dann im guten Mittelfeld. Als erstes Land der EU sind in Malta solche Therapien an Minderjährigen schon seit 2016 verboten.

Ärzte und Experten warnen vor diesen „Behandlungen“

Denn fast jeder dritte Suizidversuch in Österreich wird von homosexuell orientierten Menschen begangen. Bei homosexuellen Jugendlichen ist die Suizidrate sechsmal so hoch. Je besser die gesellschaftliche Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Minderheiten ist, umso geringer ist diese Rate.

Die sogenannten „Konversionstherapien“ zielen darauf ab, Homosexualität in heterosexuelles Verhalten umzuwandeln. Sämtliche Psychologen- und Ärzteverbände, bis hin zur WHO, warnen vor diesen „Behandlungen“. „Wir werden uns weiterhin stark dafür machen, dass diesen üblen ‚Konversionstherapien‘ ein Riegel vorgeschoben wird“, gibt sich Ernst-Dziedzic kämpferisch.