Homo-Hasser verbrennt Regenbogenflagge: 16 Jahre Haft

"Ich habe ihren Stolz niedergebrannt"

Regenbogenflagge
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Ein 30-Jähriger landete im US-Bundesstaat Iowa vor Gericht, weil er eine Regenbogenflagge verbrannt hatte. Reue für seine Tat zeigte er nicht – daraufhin wurde er zu einer langen Haftstrafe verurteilt.

Der Mann wurde aus einer Stripbar geworfen, dann brannten seine Sicherungen durch

Wie die BBC berichtet, begann der Vorfall gegen Mitternacht des 11. Juni 2019: Angestellte des Stripclubs „Dangerous Curves“ riefen die Polizei, weil ihnen ein Mann gedroht habe. Als die Beamten eintrafen, war Adolfo Martinez bereits aus der Bar geworfen worden.

Daraufhin fuhr der 30-Jährige zur Ames United Church of Christ, die eine offen lesbische Pastorin hat. Er riss dort die Regenbogenflagge, die sie über der Kirchentür angebracht hatte, herunter und kehrte zur Bar zurück. Dort übergoss er die Flagge mit Feuerzeugbenzin und zündete sie vor der Bar an. Dann drohte er, auch den Stripclub in Brand zu setzen – woraufhin er festgenommen wurde.

Auch vor Gericht war er stolz, die Fahne verbrannt zu haben

Nun musste er sich wegen dem Vorfall vor einem Gericht im Bezirk Story County verantworten. „Es war eine Ehre, das zu tun. Es geschieht zu Ehren Gottes“, zeigt sich Martinez uneinsichtig, und erklärte dem Gericht, er zündete die Regenbogenflagge an, weil er „Homosexualität ablehnt“.

Das Gericht wertete die Tat als Hassverbrechen gegen die LGBT-Community. Die Geschworenen haben ihn bereits im November für schuldig befunden, nun wurde das Strafmaß verkündet. Martinez muss wegen des Hassverbrechens für 15 Jahre hinter Gitter.

Zusätzlich bekam er ein Jahr Gefängnis für den unverantwortlichen Einsatz von Sprengstoff oder Feuer, und 30 Tage Haft für Schikane. Aus den Gerichtsunterlagen geht hervor, dass die Strafen nacheinander abgesessen werden sollen.

Staatsanwältin: Bei Hassverbrechen muss die Gesellschaft aufzeigen und sich dagegen stellen

Reue für seine Tat zeigt er keine. „Ich habe ihren Stolz niedergebrannt, schlicht und simpel“, sagte er nach dem Prozess dem lokalen Fernsehsender KCCI-TV.

Das bestätigt Staatsanwältin Jessica Reynolds in ihrer Arbeit. „Die unschöne Wahrheit ist, dass es Menschen gibt, die andere wegen ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung angreifen. In solchen Fällen ist es wichtig, dass wir als Gesellschaft aufstehen und diesen Leuten die schwerwiegenden Konsequenzen ihres Verhaltens klar machen“, sagte sie der Lokalzeitung Arnes Tribune.