Yoncé Banks ist Queen of Drags – aber fast keiner hat’s gesehen

Quoten bleiben auch zum Schluss unterdurchschnittlich - eine zweite Staffel bleibt so unwahrscheinlich

Yoncé Banks
Yoncé Banks/Instagram

Deutschland hat seine erste Queen of Drags – Yoncé Banks konnte den Titel der gleichnamigen ProSieben-Show für sich entscheiden. Einzig: Sehen wollten das Finale so wenig Menschen wie je zuvor. Eine zweite Staffel der Show scheint dadurch sehr unwahrscheinlich.

Eine verdiente Gewinnerin holt den Sieg

Im Finale setzte sich die 26-Jährige aus Paderborn gegen die 22-jährige Aria Adams aus Wolfsburg und die 30-jährige Vava Vilde aus Stuttgart durch. Die Siegerin erhält 100.000 Euro, eine Kampagne mit der Make-up-Marke MAC Cosmetics, eine Reise nach New York und ein Cover auf der deutschen Ausgabe der „Cosmopolitan“.

Auf Instagram ließ Yoncé Banks ihrer Freude freien Lauf: „Ich kann es einfach nicht in Worte fassen, wie sehr es mich berührt und stolz macht, die ERSTE ‚Queen of Drags‘ Deutschlands zu sein!“, schrieb sie: „ Ich bin unglaublich dankbar diese große Plattform bekommen zu haben, endlich allen mein Talent zeigen und wichtige Thematiken in der Show ansprechen zu dürfen.“

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Lob für die Gewinnerin kommt auch von der Jury: „Du bist so eine heiße Maus. Ich liebe alles an dir“, erklärte die zur Drag-Mutti konvertierte Heidi Klum begeistert. Und Conchita Wurst ergänzte: „Du bist schon ein Star! Du hast immer abgeliefert. Du bist eine großartige Gewinnerin.“

Für ProSieben sind die Quoten von „Queen of Drags“ eine mittlere Katastrophe

Und während Yoncé Banks „Queen of Drags“ als Gewinnerin verlässt, war die Show für ProSieben ein Desaster: Beim Finale, das bei Casting-Shows normalerweise mehr Zuseher hat als die Folgen davor, war die schwächste Folge. In Deutschland schalteten insgesamt 960.000 Menschen auf ProSieben ein – das sind 30.000 weniger als in der Vorwoche und deutlich unter der Millionenmarke.

Der Marktanteil bei allen Zusehern lag damit bei mageren 3,3 Prozent – und damit deutlich unter dem Senderschnitt von 4,4 Prozent. Und auch bei der jungen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen zündete das „Queen of Drags“-Finale nicht. Hier erreichte die letzte Folge 670.000 Zuseher, 80.000 weniger als in der Vorwoche.

Insgesamt funktionierte „Queen of Drags“ in Deutschland nur in einer Altersgruppe gut funktionierte: Bei den 20- bis 29-Jährigen. Dort holte auch das Finale nach Informationen des Branchendienst DWDL 17,0 Prozent Marktanteil. Doch schon in der Altersgruppe 30-39 reichte es nur noch für 8,9 Prozent, in der Altersgruppe 40-49 lag der Marktanteil bei 3,3 Prozent.

Auch in Österreich kann sich Heidi Klum mit ihrer Drag-Show nicht durchsetzen

Auch in Österreich ist der Marktanteil mit 96.000 Zuseherinnen und Zusehern über 12 Jahre eher mau – ProSieben wurde damit an einem eher schwachen Fernsehtag nicht nur von den ORF-Sendern überholt, sondern auch von der deutlich kleineren Konzernschwester Puls 4 sowie von RTL und sogar von ARD und ZDF.

Dieses Ergebnis ist nicht nur für die Drag Queens enttäuschend, die an der Show teilgenommen haben und ihr Bestes gegeben haben, teilweise sehr über sich hinausgewachsen sind. Mit der falschen Adaption eines erfolgreichen Konzepts und einem falschen Sendeplatz hat ProSieben nicht nur ihnen einen Bärendienst erwiesen. Eine zweite Staffel der Serie scheint damit mehr als unwahrscheinlich.

Wie man queere Inhalte erfolgreich in den Mainstream bringt, hat hingegen RTL gezeigt: Dort wurde „Prince Charming“ auf der Bezahlplattform getestet, und dann für gut befunden: Eine zweite Staffel ist in Planung, die erste Staffel läuft im Frühjahr auf VOX. Und zwar nicht um 20.15, sondern in der „Late Prime“, wo das Publikum in der Regel aufgeschlossener und der Konkurrenzkampf nicht so hart ist.