„Ehe für alle“ entwickelt sich zur Erfolgsgeschichte

Fast 900 gleichgeschlechtliche Ehen in den ersten Monaten

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Seit Jahresbeginn ist die Ehe in Österreich nach einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) auch für schwule und lesbische Paare geöffnet. Wie der ORF-Radiosender Ö1 meldet, wird diese Möglichkeit zur „Ehe für alle“ auch reichlich genutzt.

Bis September haben 860 schwule und lesbische Paare „ja“ gesagt

Ausgewertet wurden dabei die Daten der Statistik Austria. Sie zeigen: In den ersten neun Monaten haben 860 gleichgeschlechtliche Paare in Österreich geheiratet. Dabei gibt es einen Überhang bei lesbischen Hochzeiten: Denn 390 Paare waren männlich, 470 Paare waren weiblich.

Übrigens waren 162 gleichgeschlechtliche Eheschließungen Umwandlungen von Eingetragenen Partnerschaften zu Ehen. Insgesamt haben von Jänner bis September 37.761 Paare geheiratet.

848 Hetero-Paare haben sich verpartnert

Doch auch die Eingetragene Partnerschaft ist kein Auslaufmodell. Sie wurde für das VfGH-Urteil ja auch für heterosexuelle Paare geöffnet, diese Möglichkeit haben 848 Paare genutzt. Damit ist die Zahl der heterosexuellen Verpartnerungen fast gleich hoch wie jene der homosexuellen Eheschließungen.

Auch 110 homosexuelle Paare haben sich in den ersten drei Quartalen des Jahres verpartnert. Die theoretische Möglichkeit, eine Ehe in eine Eingetragene Partnerschaft umzuwandeln, hat niemand in Anspruch genommen.

Nach Widerstand von ÖVP und FPÖ hat das Höchstgericht die Ehe für alle geöffnet

Der VfGH hatte Ende 2017 die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet. Begründet hat das Höchstgericht diese Entscheidung mit dem Diskriminierungsverbot des Gleichheitsgrundsatzes:. Mittlerweile sind die meisten Unterschiede zwischen Ehe und Eingetragener Partnerschaft sind mittlerweile nur mehr Details.

So fehlt zum Beispiel bei der EP das Verlöbnis, und gibt es keine Pflicht zur (sexuellen) Treue. Auch ist bei der Eingetragenen Partnerschaft Volljährigkeit Pflicht, während die Ehe unter bestimmten Bedingungen auch ab 16 Jahren geschlossen werden kann. Auch kann eine EP etwas leichter aufgelöst werden.

Zuvor war der Versuch der SPÖ, die Ehe im Parlament zu öffnen, am Widerstand von ÖVP und FPÖ gescheitert.