Mann in Berliner U-Bahn schwulenfeindlich beschimpft und geschlagen

Die Polizei konnte den mutmaßlichen Angreifer schnappen

Polizei Berlin
Symbolbild

Am Dienstag ist in Berlin ein Mann am helllichten Tag schwulenfeindlich bepöbelt und geschlagen worden. Das meldete die Berliner Polizei gestern Nachmittag.

Der 26-Jährige wurde in der U-Bahn zunächst beschimpft und dann geschlagen

Der Vorfall ereignete sich im Ortsteil Kreuzberg: Ein 26-Jähriger war ersten Ermittlungen zufolge gegen 12.00 Uhr mit der Linie U1 zwischen den Stationen Möckernbrücke und Gleisdreieck unterwegs. Plötzlich wurde er von einem 30 Jahre alten Mann mit schwulenfeindlichen Sprüchen beleidigt. Anschließend soll der Tatverdächtige dem jungen Mann auch mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.

Der mutmaßliche Täter, für den die Unschuldsvermutung gilt, konnte festgehalten werden. Im Polizeigewahrsam wurde er erkennungsdienstlich behandelt und dann wieder auf freien Fuß gesetzt. Nähere Angaben zu dem Mann machte die Polizei in der Pressemitteilung nicht.

Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen

Wie bei allen möglichen Hassverbrechen hat ein Fachkommissariat des Polizeilichen Staatsschutzes beim Landeskriminalamt Berlin die weiteren Ermittlungen übernommen. Die Berliner Polizei macht als einzige Behörde im deutschen Sprachraum vermutete Hassverbrechen gezielt öffentlich, deshalb wird häufiger als aus anderen Städten darüber berichtet.

So gab es kurz vor Weihnachten in Alt-Hohenschönhausen einen Übergriff auch ein lesbisches Paar, das sich geküsst hatte. Dabei traten drei Männer in einer Straßenbahn auf eine der Frauen, die auf dem Boden lag, mehrmals ins Gesicht. Eine Woche zuvor wurde in Neukölln ein schwules Ehepaar von drei Jugendlichen überfallen und verprügelt.

Immer mehr Angriffe auf sexuelle und geschlechtliche Minderheiten in Berlin

Die Zahl der Angriffe auf LGBTI-Personen ist in Berlin stark angestiegen: Bis Ende September waren es letztes Jahr 261 Beleidigungen, Bedrohungen und Angriffe auf sexuelle und körperliche Minderheiten, die der Berliner Polizei gemeldet worden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 184 Übergriffe gewesen. Das entspricht einem Anstieg von 42 Prozent.

Die Tatorte lagen vorwiegend in den Bezirken Mitte, Tempelhof-Schöneberg, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln – also dort, wo die Community besonders sichtbar ist. Wer Opfer von Hasskriminalität wird, kann auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30 /4664 979 444 erreichbar.